Winterthur schockt luzern und wühlt abstiegskampf auf – verletzungs-comeback im basler endspurt?
Winterthur lebt. 2:1 gegen Luzern, Kurve tobt, Kellerbelegschaft zittert – und dann das: Torschütze Nishan Burkart humpelt nach seinem Ausgleichstreffer mit zuckendem Gesicht vom Feld. Die Euphorie stockt. Schlusslicht oder nicht, ohne seinen gerade erst erwachten Dribbler wird das Basel-Spiel zur Zitterpartie.
Der treffer, der weh tut
70. Minute, Strafraumrand, Tyron Owusu legt quer, Burkart donnert das Leder unten rechts ins Netz. Sekundenbruchteile später trägt er sich auf dem Rasen, der Schuh aus, der Fuss angeschwollen. Die Diagnose nach dem Spiel: Prellung, aber keine Fraktur. Coach Patrick Rahmen atmet auf – halb. „Er hat Teile der Einheit heute mitgemacht, wir kriegen ihn hoffentlich hin“, sagt er, klingt aber nicht so, als würde er darauf wetten. Die Mediziner sprechen von „50:50“, das ist Fachsprache für: Alles offen bis Freitag.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Ohne Burkart haben die Eulachstädter in dieser Saison kein einziges Spiel gewonnen. Mit ihm auf dem Platz holten sie neun von 13 Punkten. Seit er vor zwei Wochen in die Startelf zurückkehrte, steuerte er direkt zu drei Toren bei – zwei Tore, eine Vorlage. Das ist kein Zufall, das ist Notwendigkeit.

Basel kommt – und mit ihm die angst
Am Samstag gastiert der FC Basel in der Scholli-Arena. Für die Zürcher ein Endspiel, für Winterthur vielleicht das letzte Aufatmen. Die Berner liegen nur drei Punkte vor dem Letzten, haben aber ein Nachholspiel in der Hinterhand. Ein Winterthurer Sieg würde die Lücke auf sechs Zähler verringern und die Rückrunde zur Achterbahn machen. Ein Ausfall Burkart aber würde die Offensive entkerben – und die ohnehin wackelige Moral erneut ins Wanken bringen.
Die Uhr tickt. Trainingsfahrt Mittwoch, Abschluss am Donnerstag, dann Entscheidung. Wer ihn kennt, weiss: Burkart spielt lieber mit Schmerzmittel als mit Reservistenbank. Aber der Körper hat das letzte Wort. Und der Körper sagt gerade: Pause.
Winterthur hat den Luxus, nicht zu warten. Die Liga hat kein Herz. Am Samstag zählt nur das Resultat – und ob Burkart seine Schuhsohle wieder ins Gras drückt.
