Josi schreibt nhl-geschichte und schleift nashville zurück in die spur

Roman Josi spielt nicht einfach Playoff-Poker – der Schweizer verteidigt seine eigene Hall-of-Fame-Eintrittskarte. 38 Game-winning-Tore als Europäer, 45 Punkte in dieser Saison, 25 Minuten Eiszeit pro Night. Die Zahlen sind kein Blöff-Gebaren, sondern Fakt. Nashville schlittert ohne ihn Richtung Lottery, mit ihm Richtung Postseason.

38 Tore, die geschichte schrieben

Die Rangliste der europäischen Verteidiger liest sich wie ein Who-is-Who der NHL, doch oben thront nun Josi. Erik Karlsson? Zurückgelassen. Victor Hedman? Verwischt im Rückspiegel. Oliver Ekman-Larsson? Nur noch eine Fußnote. Die 38 entscheidenden Treffer sind kein statistisches Glitzern, sondern das Resultat eines Spielverständnisses, das in den letzten zehn Jahren perfektioniert wurde. Wer Nashville in der crunch time vernichten wollte, musste an Josi vorbei – und scheiterte.

Die Predators selbst schwankten zwischen Hoffnung und Desaster. Ein 0:3-Start, ein Coaching-Wechsel, Verletzungspech. Doch jedes Mal, wenn die Luft raus war, stand Josi vor dem gegnerischen Torhüter. Sein Backhand gegen die Rangers, sein Slapshot in der Verlängerung gegen die Leafs, sein Empty-Netter gegen die Jets – drei Beispiele, wie ein einzelner Spieler eine Saison tragen kann.

Captain, punktesammler, minutenfresser

Captain, punktesammler, minutenfresser

Coach Andrew Brunette rotiert die Reihen wie ein Schachspieler, aber Josi bleibt immer auf dem Brett. 25:12 Minuten im Schnitt, Powerplay, Penalty-Killing, 3-on-3. Die Folge: 45 Scorerpunkte, davon 13 Tore. Kein anderer blauer Liner seiner Franchise kommt auch nur auf 25 Punkte. Die Predators erzielen mit Josi auf dem Eis 3,2 Goals pro 60 Minuten, ohne ihn nur 1,9. Die Differenz ist die zwischen Playoff-Rennen und Draft-Lotterie.

Doch Josi ist längst kein Ein-Mann-Konzern mehr. Seine Präsenz zieht Gegner an wie ein Licht die Motten – und öffnet Räume für Forsberg, Duchene und Nyquist. Die Assist-Quote seiner Linie steigt um 18 Prozent, wenn er selbst den Angriff initiiert. Das ist Leadership, die sich in Sekundenbruchteilen ausdrückt, nicht in Reden.

Nashville spürt den hauch von 2017

Nashville spürt den hauch von 2017

Die Erinnerung an das Finale von vor siebenJahren ist längst verblasst, doch die Stadion-PA erinnert jeden Abonement daran, dass Josi der letzte verbliebene Held dieser Reihe ist. Die Fans in der Bridgestone Arena skandieren nicht „Let‘s go Preds“, sondern „Jo-si, Jo-si“. Der Kapitän winkt ab, doch die Symbiose ist spürbar. Tickets auf dem Sekundärmarkt klettern um 34 Prozent, wenn die Team-Eintrittskarte „Josi back“ verkündet.

Die Wildcard-Ränge sind noch 12 Punkte entfernt, aber der Kalender ist Nashville freundlich: 14 der letzten 20 Spiele gegen direkte Konkurrenten. Drei Rückschlag-Spiele in fünf Nächten? Kein Problem, sagt Josi mit einem Schulterzucken. Er hat sie schon öfter auf Biegen und Brechen gedreht.

Die NHL schaut hin. Die europäischen Klubs schauen hin. Und die Konkurrenz? Die schaut auf die Uhr, wann Josi endlich mal Pause macht. Bis dahin bleibt nur ein Motto: Stop Josi – oder flieg nach Hause. Wer ihm nicht folgen kann, folgt bald der Saison. Nashville lebt, weil Josi schießt. Punkt. Aus. Ende der Durchsage.