Karl verabschiedet sich, zogg verpasst das podest – schweizer alpine-saison endet mit tränen und fragen
Die letzte Pfeife der Parallel-Weltcup-Saison war noch nicht verklungen, da standen schon die Abschiedstränen vor der Startrampe. Benjamin Karl, Olympiasieger und Sympathieträger, legt die Karriere an den Nagel. Schweizer Fans blickten aber nach Julie Zogg – und die lieferte das Drama, das dieser Tag verdiente.
Vier Hundertstel. So viel fehlten der 33-Jährigen im kleinen Finale, um ihr letztes Rennen doch noch mit einem Podestplatz zu krönen. Stattdessen rangiert sie am Ende als Vierte, während Italiens Lucia Dalmasso den Sieg einfährt und die Schweiz ein Déjà-vu der verpassten Chancen spürt.
Qualifikation wird zum grab für drei weitere eidgenossinnen
Doch Zoggs Halbfinale war die positive Ausnahme. Jessica Keiser und Ladina Caviezel verpassten bereits im Quali-Run den Anschluss – Keiser landet auf Rang 31, Caviezel auf 23. Ricarda Hauser (22.) und Xenia von Siebenthal (19.) folgen ihnen in die Bedeutungslosigkeit. Vier Schweizerinnen, eine Leiche: Das Frauenfeld der alpine Snowboard-Hoffnungen wird zur Wüste.
Flurina Bätschi schafft zumindest den Sprung ins Achtelfinale, scheidet dort aber aus. Die Bilanz: Ein einziges Halbfinale, kein Podest, viele Fragezeichen. Die nächste Chance? Der Teamevent am Sonntag. Dort will das Schweizer Damen-Team Revanche – ob die Stimmung reicht, ist offen.

Männer ohne antrieb – caviezel verpasst anschluss
Während die Frauen eine Lücke hinterlassen, klafft bei den Männern schon eine. Gian Casanova schafft es nicht einmal ins Finale-Feld. Dario Caviezel zieht mit Rang sieben zwar in die KO-Runden ein, verpatzt aber den Achtelfinal. Kein Schweizer im Viertel, kein Podestansatz, kein Plan.
Die Saison endet, die Karrieren auch. Und mit jedem Abfahrtslärm wird klar: Das nächste Schweizer Alpine-Snowboard-Ass muss erst noch wachsen. Die Rampe ist leer, die Zeit läuft.
