Fanny smith knallt zurück, schweizer junioren feiern doppelgold

Craigleith – wer dachte, Fanny Smith brauche eine Einlaufphase nach ihrer Knie-Prellung, wurde eines Besseren belehrt. Die 30-Jährige schraubte sich im kanadischen Pulverschnee von Runde zu Runde, schmiss im Finale die Tore zu und jubelte lauthals: ihr erster Weltcupsieg seit 14 Monaten.

„Ich habe heute Morgen noch geschnauft wie ein Dampfer“, sagte Smith, „aber das Board hat gezischt und die Beine mitgezogen.“ Tatsächlich wirkte sie in den ersten beiden Läufen noch leicht steif, doch im Entscheidungslauf riss sie sich den Slack von der Weste und zog mit 0,18 Sekunden Vorsprung auf Hannah Schmidt die Notbremse.

Teamkollegin lack patzt – und liefert trotzdem die beste quote

Saskja Lack fuhr das schnellste Viertel- und Halbfinale, verbrannte im Endlauf aber die letzten zwei Sprungschanzen. Platz vier – ärgerlich, doch die Zürcherin lachte trotzdem: „Wenn Fanny gewinnt, gewinnt die Schweiz. Punkt.“

Isabelle Zippert dagegen rutschte im Halbfinale auf einer Buckelrinne weg, auch im kleinen Finale blieb das Tor zu. Sixtine Cousin verzichtete nach einem heftigen Sturz im Training komplett auf den Start – kluge Entscheidung, wie Teamchef Beat Koch bestätigte: „Lieber ein Rennen auslassen als eine Saison.“

Männer verpassen die show – regez rettet das gesicht

Männer verpassen die show – regez rettet das gesicht

Bei den Männern schieden gleich drei Schweizer Trümpfe schon im Achtelfinale aus. Alex Fiva rutschte nach innen, Tobias Baur kollidierte mit einem Franzosen, Romain Detraz verfing sich am letzten Torenpaar. Jonas Lenherr meldete sich krank ab. Übrig blieb nur Ryan Regez, der sich mit Rang sechs zufrieden gab: „Mindestens das Podest wollte ich, aber heute war nicht mehr drin.“

Sieger wurde Youri Duplessis-Kergomard – Frankreichs neues Gesicht im Skicross, das seit diesem Winter plötzlich Titel sammelt wie andere Sammelkarten.

St. moritz liefert das doppel – von moos & cretten holen teamgold

St. moritz liefert das doppel – von moos & cretten holen teamgold

Während die Eliteskiläufer noch den Schneestaub von Craigleith abschüttelten, lief im Engadin bereits der nächste Schweizer Triumph. Chiara von Moos, am Vortag schon Einzel-Weltmeisterin, schob sich mit Celien Crettet im Duo-Event erneut an die Spitze. 1,34 Sekunden vor den Französinnen – eine Galgenzeit, die selbst die Veranstalter verblüffte. „Wir haben uns nur gesagt: Volle Pulle, keine Gnade“, erklärte von Moos lachend und schob das zweite Gold in die bereits prall gefüllte Tasche.

Die Bilanz des Wochenends: zwei Weltcupsiege, zwei Junioren-Titel, ein Haufen Selbstvertrauen – und die Gewissheit, dass die Schweizer Skicross-Welle auch 2024 noch rollt.