Wintersport 2026/27: sieben wms, ein historischer winter

Die Saison ist vorbei, die Athleten packen die Ski ein – aber wer jetzt abschaltet, verpasst das Wichtigste. Die Wintersport-Saison 2026/27 wird eine der dichtesten der jüngeren Geschichte: sieben Weltmeisterschaften, ein 75-jähriges Jubiläum mit Premiere und ein Kalender, der kaum Luft zum Atmen lässt. Hier ist, was wirklich zählt.

Die vierschanzentournee wird zum ersten mal in ihrer geschichte komplett

Seit Jahrzehnten kämpfen Athletinnen um einen Platz auf diesen vier Schanzen. Ab dem 29. Dezember 2026 ist es endlich so weit. Die 75. Vierschanzentournee geht in die Geschichte ein, weil erstmals Frauen und Männer gemeinsam in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen an den Start gehen. Kein symbolisches Rahmenprogramm, keine abgespeckte Two-Nights-Tour an zwei Standorten – sondern die volle Tournee. Das ist mehr als ein sportliches Ereignis. Das ist eine Zäsur.

Crans-montana empfängt die alpine ski-welt nach 40 jahren zurück

Crans-montana empfängt die alpine ski-welt nach 40 jahren zurück

Wer sich an die Alpine Ski-WM 1987 erinnert, ist heute mindestens in den Vierzigern. Die Schweiz war damals Gastgeberin – und wird es vom 1. bis 14. Februar 2027 wieder sein. Dieselben Pisten, dasselbe Zielstadion, aber eine völlig andere Ausgangslage. Marco Odermatt und Franjo van Allmen gehen als Favoriten in die Heim-WM. Für das deutsche Team trägt die Last der Erwartungen vor allem Emma Aicher, während Kira Weidle-Winkelmann, Lena Dürr und Linus Straßer in ihren jeweiligen Disziplinen um Edelmetall kämpfen.

Otepää schreibt biathlon-geschichte – mit tückischem wind inklusive

Otepää schreibt biathlon-geschichte – mit tückischem wind inklusive

Eine Stadt mit 6.200 Einwohnern richtet eine Biathlon-WM aus. Das klingt nach Provinz, ist aber Programm. Das estnische Otepää hat jahrelange Weltcup-Erfahrung gesammelt, und die Generalprobe im März 2026 zeigte: Die Infrastruktur steht. Was bleibt, ist der Wind am Schießstand – heimtückisch, launisch, WM-entscheidend. Philipp Nawrath holte bei der Generalprobe Rang drei im Sprint. Die deutschen Hoffnungen für die WM vom 8. bis 21. Februar liegen trotzdem vor allem auf den Staffeln. Frankreich und Norwegen werden auch 2027 das Maß aller Dinge sein.

Falun zum fünften mal: klaebo gegen den rest der welt

Falun zum fünften mal: klaebo gegen den rest der welt

Die Nordische Ski-WM kehrt nach Schweden zurück. Falun, eine kleine Stadt in Dalarnas län mit einer Wintersport-Seele, die größer ist als manches Stadion, richtet zum fünften Mal die WM aus – nach 1954, 1974, 1993 und 2015. Vom 24. Februar bis 7. März 2027 kämpfen Skispringer, Langläufer und Nordische Kombinierer um Medaillen. Im Langlauf der Männer führt kein Weg an Johannes Hoesflot Klaebo vorbei. Für die Gastgeber sind Jonna Sundling und Frida Karlsson die großen Hoffnungsträgerinnen.

Innsbruck-igls, lillehammer und montafon: drei weitere wm-bühnen

Innsbruck-igls, lillehammer und montafon: drei weitere wm-bühnen

Der Februar 2027 ist schlicht überfüllt. Parallel zur Biathlon- und Alpinen Ski-WM steigt in Innsbruck-Igls die 54. Rennrodel-WM vom 1. bis 7. Februar. Max Langenhanverteidigt seinen Olympia-Titel, Julia Taubitz will nach Gold in Mailand auch WM-Gold. Die Österreicher werden am Fuße des Patscherkofels alles andere als Statisten sein.

Wenige Wochen später, vom 15. bis 28. Februar, übernimmt Lillehammer den olympischen Eiskanal von 1994 für die Bob- und Skeleton-WM. Francesco Friedrich, der Rekordweltmeister, will seine Medaillensammlung weiter ausbauen. Laura Nolte geht bei den Frauen als Olympiasiegerin und klare Favoritin an den Start. Und im März schließlich verwandelt sich das Montafon beim Grasjoch in St. Gallenkirch vom 6. bis 21. März in das Zentrum des Freestyle- und Snowboard-Sports.

Tampere schließt die saison ab – mit eiskunstlauf-wm-premiere

Tampere schließt die saison ab – mit eiskunstlauf-wm-premiere

Den Abschluss macht die 116. Eiskunstlauf-WM in der finnischen Stadt Tampere vom 16. bis 21. März 2027. Für Tampere sind es die ersten Weltmeisterschaften überhaupt in dieser Disziplin – Finnland kennt das Großevent zwar, zuletzt war es 2017 zu Gast, aber nie in dieser Stadt. Ein würdiger Schlusspunkt für einen Winter, der historisch groß werden will.

Sieben Weltmeisterschaften in weniger als drei Monaten. Der Wintersport macht sich 2026/27 selbst das größte Programm seit Jahren – und wer Ende Oktober noch schläft, hat schlicht keine Ausrede mehr.