Windwirbel stoppt palma früh – berghorn krönt sich vor olympia-ascheregen
Statt letzter Startlinie gab
’s letzte Abwickelarbeit: Die nicht-olympischen Klassen des 55. Trofeo Princesa Sofía Mallorca by FERGUS Hotels mussten am Sonntag vorzeitig das Segel streichen. Ein saftiger Tramontana-Druck von 35 Knoten jagte durch die Bucht, die Jury zog die Notbremse – und draußen auf dem Wasser flitzten schon die Trophäen davon.Deutsches flaggschiff haltbroken setzt maßstäbe
Michael Berghorn nutzte die drei windstabilen Vortage, um mit seinem Haltbroken die ORC 0-2 zu dominieren. Kein Zweifel: Der Berliner legte die Feinabstimmung seines Teams offen, während andere noch am Traveller ruckelten. Mindestens eine Wende weniger pro Bahn – das war die Rechenleistung des Tages.
In den kleineren ORC-Divisionen feierte Menorca die Heimspiel-Revanche. Antoni Cavaller steuerte sein Bitxet zur ORC-3-Krone, Mallorquinischer Stolz pur. Joan Jofre riss sich bei ORC 4-5 die Stimme beim Manöver-Ruf, das Lampo Rosso trug ihn trotzdem souveren zum Ziel. Mark Sadler ließ im Sportboat-Feld sprichwörtlich die Finger sprechen – sein Abracadabra war von Start weg nicht einholbar.

Monotyp-boliden und adaptierte energie
Schwedische Präzision trifft spanische Leidenschaft: Joakim Sundberg presste sein Cape 31 Trinity auf die Pole, während Virginia Álvarez im 6-Metern-Stella die Grätsche zeigte und die Konkurrenz wegschmorte. Pete Cooke fegte im Dragon mit Meteor Racing über die Palma-Bucht, als hätte jemand den Wind nur für ihn angedreht.
22 Boote zählte die Hansa-303-Flotte in Port d’Andratx – Rekordbeteiligung seit der Wiedereinführung der adaptierten Klasse. Weltmeister Piotr Cichocki segelte wie auf Schienen, Joâo Pinto folgte als zweiter Lusitaner. Pau Toni Homar nahm Bronze mit – und kassierte als Sahnehäubchen die spanische Staatsmeisterschaftwertung.

Jetzt rückt olympia in den fokus
Ab Montag wechselt der Modus: 49er, 470er, Nacra, iQFOiL – alle olympischen Ränge treffen sich auf den neu ausgelegten Bahnen von Palma. Bahía Activa und World Sailing haben die Wettfahntakte bereits hochgeschraubt, die internationalen Teams peilen direkte Paris-2024-Quali-Punkte an. Wer hier in der April-Sonne glänzt, darf im Sommer mit Segel-Gold liebäugeln.
Kurz gesagt: Der Wind hat die Vorspeise weggeweht, aber das Hauptgericht steht noch in der Küche. Und das Thermometer der Spannung zeigt bereits Siedetemperatur.
