Wiegand kehrt zurück: nfl-abenteuer beendet, rhein fire holt titelhelden zurück
Ein Jahr nach seinem Ausflug in die NFL zieht es Leander Wiegand zurück nach Duisburg. Der 26-jährige Offensive Lineman verlässt die New York Jets und kehrt zu Rhein Fire in die neu gegründete American Football League Europe zurück. Premiere in der Schauinsland-Reisen-Arena: Am 30. Mai gegen London.
Vom practice squad zurück an die ruhr
Die Jets hatten Wiegand im Rahmen des International Player Pathway Programs verpflichtet. Ein Jahr lang trainierte der Deutsche im Kader des NFL-Klubs, schnupperte im Preseason-Training Luft auf höchstem Niveau. Doch statt einer Platzierung im 53-Mann-Aufgebot blieb es beim Practice Squad – genug, um zu spüren, wie dicht das große Ziel war, aber auch, wie hart die Konkurrenz.
Jetzt also der Cut. Und gleichzeitig die Chance, in der AFLE wieder Anlauf zu nehmen. „Leander hat sich in den verletzungsarmen Wochen topfit gehalten“, sagt ein enger Vertrauter. „Er will spielen, keine Trainingskleidung mehr nur einstecken.“

Rhein fire profitiert von der nfl-lektion
General Manager Christoph Lörcksspricht offen von einem „wichtigen Baustein“. Gemeint ist nicht nur die sportliche Verstärkung, sondern die Erfahrung, die Wiegand aus dem Big Apple mitbringt: Pass-Protection-Technik, Footwork, NFL-Tempo. „Er kommt nicht als verrückter Abenteurer zurück, sondern als Profi, der weiß, was fehlt, um den nächsten Schritt zu schaffen“, so Lörcks.
2023 holte Rhein Fire mit Wiegand in der O-Line die European League of Football-Krone. Die Fans erinnern sich an ein Bollwerk, das selbst starke Front Sevens zerlegte. Ob diese Chemie nach einem Jahr Pause wieder funkt, entscheidet sich ab Mai – dann nämlich, wenn die AFLE startet und gleich ein London-Game auf dem Programm steht.
Die Liga will mit dem Neuaufbau europäische Spitzenathleten halten, statt sie nach Übersee abwandern zu sehen. Wiegands Rückkehr ist ein Leuchturm-Beispiel: Statt auf der NFL-Tribüne zu versauern, kriegt er Spielzeit garantiert – und Rhein Fire einen Routinier, der nichts mehr beweisen muss, aber alles gewinnen will.
Die Message ist klar: Der Traum NFL ist nicht tot, nur weil man heimkehrt. Manchmal ist eben der direkte Weg der schnellere – und der führt gerade durch Duisburg.
