Wendy holdener und camille rast bekommen ihre traumtrainer – swiss-ski zieht den joker

Neue Stimmen, alte Vertrautheit: Wendy Holdener und Camille Rast verlieren ihre Cheftrainer – und bekommen genau die, die sie wollten. Christian Brill übernimmt Holdener, Claude-Alain Art führt Rast. Für Swiss-Ski ist das keine Notlösung, sondern eine Geheimwaffe.

Warum brill der einzige mann ist, der holdener noch schneller machen kann

„Er kennt jede Faser von Wendy“, sagt Beat Tschuor, Cheftrainer Frauen. Gemeint ist Christian Brill, 45, seit Jahren schon für die Ausdauer der Schwyzerin zuständig. Jetzt rückt der Konditionsexperte auf den Chefsessel. Kein Neuanfang, sondern eine Konsequenz: Wer die Athletin seit Juniorenzeiten betreut, braucht keine Einarbeitung, nur mehr Kompetenz.

Ein Detail zeigt, wie sehr sich Holdener auf die Lösung drängte: Sie selbst lobbyierte bei Swiss-Ski, Brills Namen auf die Shortlist zu setzen. Intern hieß es, sie wolle „keine neue Stimme, sondern eine lautere“. Jetzt bekommt sie sie.

Camille rasts wunschkandidat kehrt zurück – und das hat system

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Claude-Alain Art galt bei Swiss-Ski als Quereinsteiger mit Hang zu Eigeninitiative. Nach seinem vorläufigen Abschied trainierte er Clubathletinnen in der Westschweiz – und avancierte prompt zur heimlichen Nr. 1 für Rast. „Er war schon damals ihr Wunschtrainer, wir holen ihn nur nach Hause“, erklärt Tschuor.

Die Strategie dahinter: Art bringt externe Daten, kennt aber Swiss-Ski-Strukturen. Das vereint zwei Welten, ohne Brücken bauen zu müssen. Eine elegante Lösung, wie Tschuor sagt – und eine, die kein Budgetloch reißt, weil Art ohnehin auf der Gehaltsliste blieb.

Pfitschers machtwort – so wurde aus vielzahl eine einzelentscheidung

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Slalom-Cheftrainer Heini Pfitscher legte sein Veto ein: Wer mit ihm an der Piste steht, muss seine Philosophie teilen. Brill und Art erfüllen die Kriterien. „Sonst hätten wir weitergesucht“, betont Tschuor. Die Devise lautet: Erst Zustimmung des Fachchefs, dann Wunsch der Athletin. Diesmal stimmte beides.

Für Holdener und Rast beginnt eine Saison mit altbekannten Gesichtern in neuen Rollen. Die Zeit drängt: In 100 Tagen geht’s in Sölden los. Wer dann die Führung zieht, ist klar – und kommt ohne Einarbeitung aus.