Wembanyama schmettert bucks aus playoff-rennen – spurs jagen thunder
Die Saison der Milwaukee Bucks ist mit einem 95:127 gegen San Antonio endgültig gestorben. Victor Wembanyama erledigte das Aus im Viertel vorletzter Spielminute mit einem Dreier, der die Fiserv Forum-Kathedralen zum Schweigen brachte. Acht Siege nacheinander, 56 Saisonsiege, Platz zwei im Westen – kein NBA-Team ist heißer als die Spurs.
Spurs lassen bucks erstmals seit 2019 zu hause liegen
Giannis Antetokounmpo fehlte zum sechsten Mal wegen seiner Knie-Reizung, und ohne ihn wirkt Milwaukee wie ein Auto ohne Zündkerzen. Die Bucks starteten 7:0, doch dann schaltete Wembanyama den Turbo: 23 Punkte, 15 Rebounds, sechs Assists, ein Block – und die Ankündigung, dass er kein Prospect mehr ist, sondern ein MVP-Kandidat. Stephon Castle verpasste nur zwei Minuten, erzielte ein Triple-Double und erklärte hinterher trocken: „Wir spielen nicht mehr nur mit, wir bestimmen das Tempo.“
Die Spurs haben seit dem 5. Februar die beste Bilanz der Liga (22-4), verwandelten sich vom Rebuild-Projekt zum Titel-Jäger. Trainer Gregg Popovich schickte in Milwaukee eine Starting-Five aufs Feld, die gemeinsam gerade 21 Jahre alt ist – und trotzdem liefen die Routiniers der Bucks der jungen Wilden hinterher. Milwaukee traf nur 31 % der Dreier, verlor 19 Ballverluste, sah sich selbst im eigenen Stadion mit Buhrufen konfrontiert.

Oklahoma spürt atem im nacken
Mit 56 Siegen liegen die Spurs nur zwei Siege hinter den Oklahoma City Thunder. Das Duell um Platz eins im Westen könnte am 8. April in San Antonio fallen – ein Spiel, das längst als Vorgeschmack auf ein mögliches Conference-Finale gehandelt wird. Die Thunder haben zwar die bessere Bilanz gegen direkte Konkurrenten, doch die Spurs besitzen das Momentum – und einen 2,24-Meter-Riese, der nach eigenen Angaben „noch lange nicht müde“ ist.
Wembanyama blickte nach dem Spiel auf die Tribüne, wo einige Bucks-Fans bereits die Arena verließen. „Ich kenne das Gefühl, Playoffs zu verpassen“, sagte er und spielte auf seine erste Saison an. „Deshalb weiß ich, wie wertvoll jeder einzelne Sieg jetzt ist.“ Die Spurs haben ihren Schwung längst in Serienkultur umgewandelt. Milwaukee muss dagegen erstmals seit 2016 in den Sommerferien planen – und die Frontoffice-Zahnräder bereits jetzt drehen, um das Giannis-Maximum wieder ans Limit zu bringen.
Die Western-Conference-Tabelle ist kein Schreibtisch mehr, sondern ein Schauplatz. San Antonio legt den Beweis vor: Wer jung ist, kann trotzdem alt sein in der NBA. Die Bucks? Sie werden alt, ohne jung zu wirken. Die Playoffs beginnen ohne sie – und mit einem französischen Koloss, der die Liga neu vermessen hat.
