Walter und kazmeier krallen silber und bronze – russin dominiert sprint

Anastasiia Bagiian hat die deutschen Traumtöchter Leonie Maria Walter und Linn Kazmeier auf Distanz gehalten. Die Russin flog in 3:16,1 Minuten durch den Klassik-Sprint der Sehbehinderten, Christian Krasman riss im Ziel die Arme hoch – Silber für Walter. 8,6 Sekunden fehlten, 0,6 Sekunden Vorsprung vor Kazmeier, begleitet von Florian Baumann.

Null sicht, volle power

Null sicht, volle power

Die Zielsprinte am Monte Bondone waren kein Schaulaufen. Bagiian setzte nach 1,2 Kilometern den Hammer, Krasman konterte, doch der Hang war lang, die Ski kurz. Walter holte sich ihre zweite Medaille nach dem Biathlon-Bronze, Kazmeier ihre erste überhaupt bei Winterspielen. Beide lachten, trotz Tränen in den Augen – die Kälte schmerzt mehr als die Niederlage.

Der deutsche Skiverband spricht von „Doppel-Edelmetall“, doch dahinter steckt Monate des Tastens. Wer blind auf Skis steht, braucht einen Guide, der atmet, als wäre es sein eigener Rhythmus. Krasman und Baumann sind keine Schirme, sie sind die Augen im Schneetreiben, sprechen Kurvenradien aus, als wären es Gedichte.

Die Sprint-Wertung ist erst der Auftakt. In den kommenden Tagen folgen 10 km klassisch und 20 km Skating – Strecken, die die Lungen verbrennen. Wer dann noch steht, kann sich in die Staffel retten, wo Sit-Ski, Standing und Visually Impaired gemeinsam starten. Die Kategorien verschmelzen, die Zeit stoppt trotzdem hart.

Die Medaillen hängen schwer, aber das Silber schimmert wie frisch gewalztes Aluminium. Walter streicht sich eine Haarsträhne zurück, Kazmeier wedelt mit der Bronze wie mit einem Zauberstab. Italien liefert das Panorama, Russland die Referenzzeit, Deutschland zwei Lächeln, die bis nach Pelkum tragen.