Delow fliegt, alba siegt: dunk-spektakel in der mitte der nacht

Um 00:40 Uhr schrie der Kommentator plötzlich die Lautsprecher aus dem Kurs. Grund: Malte Delow war nicht einfach durch den Würburger Korb geflogen – er war mit Alba Berlin gleich mit dem ganzen Spiel davongerast.

Wie ein einziger dunk die nacht spaltet

Wie ein einziger dunk die nacht spaltet

Die Uhr tickte runter, die Baskets hatten den Anschluss gerade wieder auf fünf Zähler hergestellt, da nahm Delow im Sprint mit links Abschied vom Boden. Was folgte, war kein normaler Dunk, sondern eine Breitseite gegen die Fitness First Würzburg Baskets. Der Ball donnerte durch den Ring, die Mercedes-Benz Arena bebte – selbst um Mitternacht noch. Denn genau das ist die DNA von Alba: Sie spielen, bis der letzte Nachttrip verpufft.

Der Clip von DYN, 13:59 Uhr online gestellt, sammelte innerhalb von Stunden Hunderttausende Abrufe. Kein Wunder: Delows Hangtime erinnerte an die besten Alpha-Poster der 90er, nur dass dieses Poster eben live und in Farbe vor 11.327 Zuschauern passierte. Die Statistiker notierten den Korb als bloße Zwei-Punkte-Aktion. Jeder, der die Szene sah, weiß: Es war mehr – ein Statement, das die Moral der Baskets zertrümmerte und die Schwelle zum nächsten Alba-Sieg endgültig übersprang.

Trainer Israel Gonzalez hatte zuvor betont, seine Rotation suche noch Rhythmus. Er fand ihn, als Delow die Lücke zwischen zwei Würzburger Bigs erkannte und ohne Zögern durchschränkte. „Wenn wir so starten, ist kein Gegner sicher“, sagte Gonzalez später mit einem Grinsen, das den Schlafmangel vergaß. Die Nacht endete mit 89:74, doch die Zahl, die in den sozialen Kanälen hängen bleibt, lautet 00:40 – die Stunde von Delows Flug.

Alba Berlin festigt damit Rang drei in der BBL, Würzburg rutscht auf den letzten Play-off-Platz ab. Die Saison ist lang, aber ein Dunk wie dieser brennt sich in die Hirnwindungen der Konkurreenz. Wenn die Baskets das nächste Mal in Berlin antreten, werden sie an 00:40 denken – und hoffen, dass Delow bereits auf der Bank sitzt.