Von ballmoos kehrt zurück und bleibt trotz punkt ratlos
Ein 1:1, das keinem weiterhilft, aber alles erzählt: Der FC Lugano rutscht in der Championship-Group einen Platz zurück, die Young Boys verpassen den Anschluss an die europäischen Plätze – und David von Ballmoos steht nach 90 Minuten im Wankdorf mit leeren Händen da.
Zurück an der alten liebe, aber auf der falschen seite
263 Pflichtspiele bestritt er zwischen den Pfosten der Berner, am Sonntag war es der 201. Super-League-Einsatz – nur eben im Dress des Gegners. Die Leihe nach Tessin sollte Spielprung bringen, stattdessen bringt sie ihn an den Ort, an dem er einst zum Fanliebling avancierte. „Gestern, als ich ins Bett ging, merkte ich, dass es doch nicht ein ganz normales Spiel wird“, sagt er nach Abpfiff. Die Stimme bricht nicht, aber sie wird leiser. „Es zeigt, dass es eine schöne Zeit war.“
Die Rechnung war einfach: Gewinnen und Lugano zieht an Basel vorbei, YB schafft Anschluss an die Euro-Ränge. Was blieb, ist ein Punkt, der beide Teams auf Distanz hält. Luganos Vorsprung auf Sion und Bern schrumpft nicht, Berns Rückstand auf die Königsklasse wächst auf fünf Zähler. Von Ballmoos parierte stark, sah aber auch, wie seine Vorderleute sich in der Finalthird-Zone verhedderten. „Beide Mannschaften haben sich mehr vorgenommen“, sagt er und zuckt mit den Schultern. „Ich weiß nicht, was ich fühlen soll.“

Die zahlen, die nagen
Seit sieben Spielen wartet Lugano auf einen Sieg, YB hat in der Gruppe erst einmal gewonnen. Die Tabelle lügt nicht: Basel ist wieder vorbei, St. Gallen will die Meisterfeier aufschieben, weil sie selbst noch nicht durch ist. Luzern und Zürich hängen hinten fest, Lausanne und Sion wittern die Chance. Die Saison droht, zur Geduldsprobe zu werden.
Von Ballmoos nimmt sich „ein paar Minuten“, um alles sacken zu lassen. Gespräche mit ehemaligen Teamkollegen schließt er nicht aus, aber erst mal geht es zurück in die neue Heimat. „Ich bin froh, dass wir die 90 Minuten hinter uns haben“, sagt er. Die Aussage klingt wie ein Seufzer – und nach der Erkenntnis, dass man manche Bahnhöfe wirklich nur einmal im Leben betritt.
