Volpi: sampdoria war mein ankommen – und der traum vom bernabéu platzte!
Sergio Volpi, der ehemalige Kapitän der Sampdoria Genua, blickt zurück auf eine Karrierevoller Höhen und Tiefen. Vom fast verpassten Glück in Piacenza bis zum Traum von Madrid – der Mittelfeldspieler plaudert offen über seine Stationen und die Begegnungen mit Legenden wie Sacchi und Spalletti.
Die sampdoria: mehr als nur ein verein
Für Volpi war die Sampdoria Genua immer etwas Besonderes. „Die Samp hat für mich einen Punkt des Ankommens bedeutet. Ich trage die Genuesen im Herzen“, so der ehemalige Mittelfeldspieler. Die Verbundenheit ist so stark, dass er sich vorstellen kann, in Zukunft als Trainer zurückzukehren und dem Verein zu helfen. Er erinnert sich an die Zeit, als er als Jugendlicher in Brescia Fan von Vialli und Mancini war – ein Gefühl, das ihn bis heute begleitet.

Von ingesson gelernt: stille als stärke
Volpi betont die Bedeutung von Stärke und Führungsqualitäten, die er unter anderem von Tomaso Ingesson gelernt hat. „Ingesson wusste, wie man sich ohne Worte verständigen kann. Diese Eigenschaft habe ich ihm wohl abgetrotzt“, erklärt er. Er schildert eindrücklich die Atmosphäre in den Umkleidekabinen, geprägt von Begegnungen mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten wie Beppe Marotta und Luciano Spalletti.

Marottas vision und zamparinis ausbrüche
Die Zusammenarbeit mit Beppe Marotta, der ihn von Venezia zur Sampdoria lotsen konnte, bezeichnet Volpi als besonders prägend. „Wir waren fünf Jahre zusammen, und man wusste von Anfang an, dass er etwas Besonderes ist – ein echter Feinschlinder“, so Volpi. Im Gegensatz dazu steht die schwierige Beziehung zum damaligen Venezia-Präsidenten Zamparini. „Der war ein Vulkan. Man verlor zwei Spiele und war sofort raus“, erinnert sich Volpi mit einem Schmunzeln. Einmal sei Zamparini während der Halbzeitpause in der Kabine explodiert und die Spieler verbal attackiert – nur um im zweiten Durchgang wieder überschwänglich zu jubeln, nachdem die Mannschaft die Partie noch gedreht hatte.

Der traum von madrid: sacchi und der verpasste transfer
Ein Kapitel in Volpis Karriere hätte völlig anders verlaufen können, als Arrigo Sacchi ihn als Spieler für den Real Madrid ins Auge fasste. „Es war so: Sacchi war Berater bei Madrid und war von mir begeistert. 2005 suchten sie einen defensiven Mittelfeldspieler, und mein Name wurde genannt“, berichtet Volpi. Der Anruf seines Beraters Tullio Tinti habe ihn zunächst schockiert, doch als er die Ernsthaftigkeit der Situation erkannte, sei er kurz davor gewesen, sofort Ja zu sagen. Letztendlich entschied sich Madrid jedoch für Gravesen, und der Traum vom Bernabéu platzte.

Calcioscommesse: der bittere abschied
Den bitteren Abschied von der Fußballwelt erlebte Volpi beim FC Piacenza. Der Calcioscommesse-Skandal beendete seine Karriere abrupt. „Wir sind in die C abgestürzt, weil einige Spieler Spiele verkauften. Eine unglaubliche Sache, und ich bedauere, nie etwas davon mitbekommen zu haben“, so Volpi. Er bezeichnet die Ereignisse als „schäbig“ und hat seitdem keinen Kontakt mehr zu den beteiligten Spielern. Die Erfahrung hat ihn zutiefst enttäuscht und ihn für den Profifußball vergrault.
Sergio Volpi blickt auf eine bewegte Karriere zurück – eine Geschichte voller Leidenschaft, Erfolg, Enttäuschung und einem tiefen Respekt vor dem Sport. Seine Ehrlichkeit und Offenheit machen seine Erinnerungen zu einem faszinierenden Porträt eines Mannes, der den Fußball von innen kennengelernt hat.
