Völler nagelt nagelsmann fest: em 2028 ist nur die halbzeit
Rudi Völler lässt keinen Raum für Spekulationen. „Da wird er noch dabei sein“, postuliert der DFB-Sportdirektor im WM-Quartier von Winston-Salem und schiebt nach: „Ich freue mich auf die nächsten zwei Jahre bis zur Europameisterschaft.“ Damit ist klar: Julian Nagelsmann bleibt Bundestrainer. Punkt.
Ein vertrag voller fallstricke
Der 37-Jährige hatte nach Hansi Flicks Abgang im September 2023 das Amt übernommen und sitzt seit über 1000 Tagen auf der heißesten Bank des deutschen Fußballs. Formal läuft sein Kontrakt bis zur EM 2028 in Großbritannien und Irland. Was aber keiner sagt: Klauseln sind eingebaut. Ausstiegsoptionen beidseitig. Ein Deal, der flexibel bleibt, weil beide Seiten wissen, wie schnell sich Stimmungen drehen.
Völler spielt diesen Aspekt herunter, betont stattdessen die Chemie. „Er ist einfach die Idealbesetzung auf dieser Position“, sagt er und schwärmt von Nagelsmanns Ehrlichkeit, von seiner Art, polarisierend und doch authentisch. „Ein außergewöhnlicher Trainer, der sich in den vergangenen drei Jahren weiterentwickelt hat.“ Die Kritik an Spielweise und Personalentscheidungen lässt Völler abprallen wie Regen auf Leder.

Was kommt nach 2028?
Die große Frage bleibt: Was danach? Völler weiß es nicht, will es auch gar nicht wissen. „Ob er vielleicht noch einen großen Verein trainieren will, wird man dann sehen.“ Ein Satz, der Raum lässt. Denn Nagelsmann ist jung, hungrig, auf dem Markt begehrt. Real Madrid? Manchester United? Der FCB, wenn der neue Coach scheitert? Alles möglich. Für den DFB aber zählt nur die Gegenwart.
Längst sind beide Seiten verflochten. Völler selbst ist nur noch zwei Jahre an den Verband gebunden. Ein Duo auf Zeit. Die EM 2028 in London, Glasgow und Dublin wird der Höhepunkt – oder der Abschied. Bis dahin ist Ruhe. Völler hat gesprochen. Nagelsmann bleibt. Jetzt muss das Team liefern.
