Ronaldo unter druck: kann er portugal zur wm-hoffnung machen?
Dortmund – Cristiano Ronaldo, der ewige Star, steht vor einer Zäsur. Nach dem müden Remis gegen Kongo lastet ein immenser Druck auf seinen Schultern. Ist der 41-Jährige noch die zwingende Kraft, die Portugal zum WM-Titel führen kann, oder wird er zum Bremsklotz? Die Frage beschäftigt die Fans und sorgt für hitzige Debatten.
Die zahlen lügen nicht: ronaldos schwaches auftreten
Die Statistiken des ersten Spiels sind alarmierend. Mit lediglich 24 Ballkontakten war Ronaldo kaum in das Spiel integriert. Sein xGoals-Wert von 0,55 deutet darauf hin, dass er kaum Gefahr erzeugte. Ein Vergleich mit Spanien und der Schweiz, die deutlich mehr Torschüsse abgaben, verdeutlicht Portugals erschwerte Lage. Doch die Probleme liegen nicht allein an Ronaldos Leistung, sondern scheinen auch im gesamten Offensivspiel der Selecao zu liegen. Bruno Fernandes, Joao Neves und Bernardo Silva – Namen, die normalerweise für Begeisterung sorgen – konnten gegen Kongo ihre Klasse nicht zeigen.

Martinez vor der zerreißprobe: ronaldo auf der bank?
Trainer Roberto Martinez steht vor einer schwierigen Entscheidung. Soll er Ronaldo, den Rekordtorschützen der Nationalmannschaft, in der Startelf lassen oder ihm eine Pause gönnen? Eine Auswechslung des Superstars würde zwar für Aufsehen sorgen, könnte aber auch das Teamgeist gefährden. Andererseits ist es unbestreitbar, dass Ronaldo in der vergangenen Saison bei Al-Nassr nicht immer überzeugte. Die Freundin von Joao Neves sorgte mit einem Instagram-Post für zusätzliche Verwirrung, indem sie öffentlich zu Ronaldos Rente aufforderte. Der portugiesische Fußball ist gespalten.

Die letzte chance: usbekistan muss zuschlagen
Gegen Usbekistan am Dienstag (19 Uhr MESZ) muss Portugal liefern. Ein Sieg ist Pflicht, um die Chancen auf das Weiterkommen zu wahren. Ronaldo hat die Möglichkeit, seine Kritiker eines Besseren zu belehren und seine Position im Team zu festigen. Doch die Uhr tickt, und die Zeichen stehen nicht unbedingt auf eine Leistungssteigerung des Veteranen. Eine Jokerrolle könnte für Ronaldo eine interessante Option sein, um seine Kräfte einzuteilen und konzentrierter vor dem Tor zu agieren. Doch Martinez muss abwägen, ob er das Risiko eingehen will, den erfahrenen Kapitän zu ersetzen.
Die Diskussionen um Cristiano Ronaldo werden die WM weiter begleiten. Ob er noch zum entscheidenden Faktor für Portugal werden kann, oder ob seine Zeit im Nationalteam bereits zu Ende geht, wird sich in den kommenden Spielen zeigen. Eine Sache ist jedoch sicher: Der Fußballwelt gefällt die Zerrissenheit – zumindest solange der Superstar nicht in Rente geht.
