Unwetter-chaos: wm-spiel frankreich gegen irak bricht um über zwei stunden ab!
Philadelphia bebte – und nicht nur wegen der Spannung im WM-Spiel zwischen Frankreich und dem Irak. Ein heftiges Unwetter zwang am gestrigen Abend zu einer historischen Spielunterbrechung, die die Zuschauer, Spieler und das gesamte TV-Team in Atem hielt. Über zwei Stunden lang lag der Ball still, während sich Stürme über das Stadion ergießen und die Organisatoren mit dramatischen Entscheidungen jonglieren mussten.
Eine pause für die ewigkeit
Schon während der ersten Halbzeit deutete sich die Wetterverschlechterung an. Ab der 37. Minute prasselte dann sintflossregnerischer Regen auf Philadelphia nieder, begleitet von Warnungen vor heftigen Gewittern, Hochwasser und sogar Tornados. Die Organisatoren handelten schnell und forderten die Zuschauer auf, die Tribünen zu verlassen und Schutz zu suchen. Was niemand ahnen ließ: Dies war erst der Anfang einer Zwangspause, die in die WM-Geschichte eingehen wird.
Ein Fifa-Sprecherin bestätigte schließlich die Verlängerung der Halbzeit um mindestens 15 Minuten – eine Angabe, die im Laufe der Stunden mehrfach nach oben korrigiert werden sollte. Die Wartezeit wurde zur Geduldsprobe für alle Beteiligten. ARD-Kommentator Tom Bartels und Experte Thomas Hitzlsperger mussten ihre Arbeitsplätze räumen und fanden sich, wie die Fans, im Stadion-Umlauf wieder. Die allgemeine Stimmung, so Bartels, war erstaunlich entspannt: „Hier haben alle die Situation mit Gelassenheit genommen.“

Mehr als nur regen: sicherheitsvorgaben im spiel
Die außergewöhnlich lange Unterbrechung ist nicht allein dem Unwetter geschuldet. Strenge Sicherheitsvorgaben in den USA sehen vor, dass ein Spiel automatisch unterbrochen werden muss, sobald ein Blitz innerhalb eines Umkreises von acht Meilen (ca. 13 Kilometern) registriert wird. Jeder weitere Blitz setzt die Unterbrechung erneut in Gang. Dies erklärt, warum die Teams auch nach dem Abklingen des Regens noch nicht zurückkehren konnten.
Die Verzögerung hatte bereits Stunden zuvor begonnen: Der Einlass ins Stadion verzögerte sich um 45 Minuten, und Fans wurden aufgefordert, ihre Anreise zu verschieben. Um 17:48 Uhr verschwanden die Teams in den Kabinen, und um 18:02 Uhr wurde die Spielpause offiziell verkündet. Erst um 19:30 Uhr tauchten die Spieler wieder auf dem Rasen auf, um sich aufzunehmen. Die Wiederaufnahme des Spiels erfolgte schließlich um 20:01 Uhr Ortszeit, nach insgesamt 102 Minuten Unterbrechung. Die zweite Halbzeit wurde aufgrund der Umstände ohne Trinkpause absolviert.

Mbappé triumphiert im chaos
Trotz des chaotischen Wetters und der ungewöhnlichen Unterbrechung ließ sich Frankreich nicht aus dem Konzept bringen. Kylian Mbappé erzielte zwei Tore (14./54.), während Ousmane Dembélé in der 66. Minute den Endstand von 3:0 festlegte. Die Franzosen demonstrierten eindrucksvoll ihre mentale Stärke und sicherten sich den Sieg im Regenchaos.
Die WM-Geschichte wird diesen Abend in Philadelphia gewiss lange in Erinnerung behalten – nicht nur wegen des Spiels selbst, sondern auch wegen der außergewöhnlichen Umstände, die es prägten. Ein Mahnmal dafür, dass selbst die besten Vorbereitungen dem unberechenbaren Spiel der Natur nicht immer gewachsen sind.
