Vittozzi bleibt auf goldkurs – windkanal-etappe in estland geht an italiens königin

Lisa Vittozzi jagt ihre Gegner und den Wind. 34 Tage nach Olympia-Coup von Antholz feiert die 31-jährige Sappaderin in Otepää den nächsten Sahnetag – und schickt damit ein Warnsignal Richtung Heim-WM 2025.

Vittozzi spielt mit dem wetter, simon versinkt im schneetreiben

15 000 Zuschauer quetschen sich an die Holztribünen, die Fahnen flattern wie Flaggen auf einem Sturmdeck. Vittozzi läuft souverän, schießt clever, lässt Justine Braisaz-Bouchet und Lena Häcki-Groß hinter sich. Die Französin Simon patzt in der letzten Serie, trifft nur drei von fünf Mal – und schafft es trotzdem auf Rang vier. Dahinter sorgt die Finin Minkkinen für die Überraschung, Jeanmonnot rettet Bronze für Frankreich.

Die Statistik: Vittozzi braucht drei Nachlader, steht trotzdem nach 10 km mit 29:46,5 Minuten ganz oben. Keine andere Athletin war heute schneller auf den Brettern, keine andere kalkulierte das quirlige Estland-Wetter so runter bis aufs Präzisionsmillimeter.

Laegreid schreibt rekordbuch neu – hofer hält italiens fahne hoch

Laegreid schreibt rekordbuch neu – hofer hält italiens fahne hoch

Bei den Männern gibt’s keine Überraschung, nur eine Bestmarkierung. Sturla Holm Laegreid marschiert mit sauberem Schießen und 15,4 Sekunden Vorsprung vor Quentin Fillon Maillet zur nächsten Jagdsieg-Nummer. Johannes Thingnes Bö landet auf Rang drei, trotz zwei Strafrunden. Lukas Hofer liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Wind und wird Siebenter – beste Platzierung eines Azzurro in dieser Saison.

Laegreid benötigt 32:57,0 Minuten, das ist die größte Lücke, die ein Verfolger in der laufenden Weltcup-Saison herausgeschossen hat. Die Devise des Norwegers: «Sobald die erste Scheibe fällt, bin ich im Tunnel.» Dieser Tunnel endet momentan in einem Rekord-Reigen.

Italiens Team-Chef Alfredo Kerschbaumer zieht Bilanz: «Zwei Podestplätze, ein Sieg und Hofer in den Top-Ten – das ist die Antwort nach dem Olympia-High.» Die nächste Station ist Oslo, doch schon jetzt schwirrt ein Satz durch die Lager: Wer Vittozzi und Laegreid schlagen will, braucht mehr als nur gutes Wetter.