Virtus-stars beben grundschul-kids ein: one team jagt sozial-impact

Daniel Hackett lässt einen Jungen aus Syrien den Ball wedeln, Sekundenbruchteile später jubelt der ganze Schulhof. Castel San Pietro Terme wird am Montag zur Mini-Arena, weil Euroleague-Basketball mit der Initiative „Bouncing for Good“ die soziale Sprengkraft des Sports testet – und die 58 Fünftklässler der Sassatelli-Grundschule liefern sofort die Antwort.

Respekt statt raserei: die fünf werte, die auf dem spiel stehen

One Team hat sich vorgenommen, Rassismus schon in der DNA von morgen zu knacken. Die Methode: Respekt, Selbstfürsorge, Commitment, Teamarbeit und Spaß. Die Werkzeuge: ein verbeulter Trainingsball, zwei Profis und ein Haufen Acrylfarbe. Die Ergebnisse hängen ab Mittwoch in der Aula: bunte Handabdrücke auf Leder – jeder Fleck steht für ein Versprechen.

Die Schule wurde ausgewählt, weil Bologna hier Multikulti lebt. Elf Nationalitäten sitzt in einer Klasse, zwei Kinder sind auf dem Spektrum, ein Mädchen trägt eine Prothese. „Wenn die Integration funktioniert, funktioniert das Spiel“, sagt Hackett. Der Italiener spricht fließend Englisch, Saliou Niang ergänzt auf Französisch, und die Kids antworten auf Arabisch, Pashto, perfekter Dialekt.

Autogramm-inflation und die magie des ersten korblegers

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Nach dem Unterricht folgt der Transfer aufs Feld. Motorola stattet die Schule mit Körbchen, Trikots und einem elektronischen Schiedsrichterpfeif-Set aus – Wert: 7.200 Euro. Dann wird gezeichnet, was die Liga sonst nur in Slow-Motion zeigt: Hackett wirft von der Mittellinie, der Ball segelt, trifft – 58 Kinder explodieren. Die Handykameras der Lehrer speichern 43 Megabyte pure Energie.

Die Aktion dauert genau 97 Minuten. Danach haben die Kleinen nicht nur einen neuen Lieblingssport, sondern auch ein Datenpaket fürs Leben: Teamsieg bedeutet, dass der Schwächste den Sieg erst möglich macht. Die Liga liefert Zahlen: 42 Prozent der Teilnehmer steigern sich in den nächsten zwei Jahren in der Schule um eine ganze Note. Kein Wunder, dass Euroleague-Chef De Giorgi schon den nächsten Stopp anpeilt: Berlin, Juni, mit Alba-Stars.

Castel San Pietro Terme zieht Bilanz: Ein Nachmittag, acht Dutzend Kinder, ein Korb. Die Kosten: ein paar Autogrammkarten. Der Gewinn: eine Generation, die weiß, dass der Ball rund ist – und die Welt auch.