Gnabry und co. demolieren bergamo – bayern lacht, roma blutet
Bayern München hat Atalanta in 45 Minuten zerlegt. Serge Gnabry traf doppelt, Dayot Upamecano spielte wie ein zweiter Beckenbauer und die deutsche Rotationsmaschine lief auf Höchsttouren. Das 4:1 in Bergamo war keine Pokalüberraschung, sondern ein Statement Richtung Champions-League-Viertelfinale.
Kolasinac und zalewski versenken sich selbst
Sead Kolasinac wirkte wie in Zeitlupe, als er Gnabrys zweiten Treffer einleitete. Sein Zuspiel in die Mitte landete beim Gegner, Sekunden später flog der Ball zum 2:0 ins Netz. Nicola Zalewski wiederum verlor 14 von 17 Zweikämpfen – Statistiken, die selbst in der Serie B peinlich wären. Nur Raoul Bellanova hielt hinten die Fahne hoch: vier Tacklings, drei klare Balleroberungen, 83 % Passquote. Der 23-Jährige war der einzige Italiener, der mithalten konnte.
Trainer Gian Piero Gasperini schickte seine Mannschaft mit einer 4-1-2-3-Formation aufs Feld, stellte aber die Achse falsch auf. Remo Freuler fehlte als Kontrollinstanz, Marten de Roon wirkte isoliert. Die Folge: ein Mittelfeld, das sich nach zehn Minuten bereits auflöste wie Zucker im Espresso. Bayern spielte 42 Pässe in Folge, ehe der erste Atalanta-Fuß den Ball berührte – ein Wert, der in der Opta-Datenbank nur 0,3 % aller Champions-League-Spiele zeigt.
Die Pleit versetzt die Roma in eine prekäre Lage. Mit 41 Punkten nach 32 Spieltagen liegt die Giallorossi nur noch zwei Zähler vor Lazio und muss am Sonntag gegen Bologna gewinnen, um den direkten Abstieg zu verhindern. Sportdirektor Tiago Pinto hatte vor der Partie betont, man wolle „eine Signale setzen“. Das Signal kam – allerdings in Morsecode und mit der Botschaft: SOS.

Diaz und gnabry zeigen, wie weitwurf funktioniert
Brahim Diaz durfte nach seiner Leihe von Real Madrid endlich von Beginn an ran. Der Spanier erzielte das 3:0, initiierte durch sein Pressing zwei Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte und lief 11,2 Kilometer – mehr als jeder andere Feldspieler. Gnabry wiederum nahm seine Sprints auf dem linken Flügel mit 34 km/h auf, zog nach innen und ließ Kolasinac stehen wie ein Slalomtor. Die Doppelbelastung aus Geschwindigkeit und technischer Raffinesse war nicht mehr zu verteidigen.
Bayern-Coach Thomas Tuchel hatte vor dem Spiel gewarnt, Atalana könne „ungeahnte Energie entfachen“. Er setzte deshalb auf Rotation: Musiala, Sané und Kane begannen auf der Bank. Doch selbst die B-Elf hatte mehr Spielanteile (68 %) und Torschüsse (18:4) als die italienische Startformation. Die Deutschen agierten wie ein Schachcomputer, der drei Züge vorausdenkt – die Italiener wirkten wie ein Sudoku mit fehlenden Zahlen.
Am Ende standen die Münchner mit neun verschiedenen Torschützen in dieser Saison da – Rekwert in der Königsklasse. Für Atalanta bleibt der bittere Beigeschmack: erstmals seit 36 Europacup-Heimspielen kassierte man vier Gegentore. Die letzte solche Demontage gab es 1990 gegen den FC Köln. Damals wie heute war die Antwort auf die Frage nach der Ursache dieselbe: zu viel Respekt, zu wenig Mut.
