Vingegaard krönt sich in nizza – aber martínez stiehlt ihm den schlusssieg

Die letzten 129,2 km um Nizza wurden zur Arena der jungen Wilden. Lenny Martínez sprintete Jonas Vingegaard in dessen Triumphmoment weg, Georg Steinhauser riss sich das letzte Podestplätzchen. Drei Radstars, eine Ziellinie, null Gnade.

Martínez nutzt vingegaards sekunde unachtsamkeit

Der Däne hatte die Rundfahrt bereits in der Tasche, doch der Etappensieg schien ihm sicher. Fehlanzeige. Martínez klebte sich im Finale an dessen Rad, wartete bis auf den letzten Meter und zog dann durch. 2,1 Sekunden später jubelte der 20-Jährige, während Vingegaard nur noch den Kopf schüttelte. „Ich dachte, ich hab die Lücke“, gestand der Gesamtsieger, „aber Lenny war einfach frischer.“

Die Uhr stoppte bei 2:56.12 h bei strahlendem Mittelmeerwetter. Für Martínez war es der zweite Saisonsieg, für Vingegaard die erste Niederlage nach acht Tagen voller Dominanz. Die Statistik lügt nicht: Der 26-jährige Dane gewann drei Etappen, das Bergtrikot und das Punkteklassifikations-Trikot – nur den letzten Tag eben nicht.

Steinhausers kraftakt rettet deutsches podium

Steinhausers kraftakt rettet deutsches podium

Während vorne das Duo um Sieg kämpfte, jagte Georg Steinhauser in der Verfolgergruppe um jedes Watt. Der 22-jährige Bayern musste mindestens sieben Sekunden Vorsprung verteidigen, um Podest-Rang drei zu halten. Er schaffte expts sieben Sekunden – nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Ich hab in den letzten 500 Metern nur noch meinen Puls gespürt, nichts sonst“, sagte er mit zitternder Stimme. „Das war mein härtester Kampf seit der Junioren-WM.“

Daniel Felipe Martinez schrammte nur daran vorbei. Der Kolumbianer rutschte bei Kilometer 97 in einer Kurve weg, verlor 45 Sekunden und startete eine Hetzjagd über Hügel und Haarnadelkurven. Mit blutigem Knie und zerfetztem Trikot quälte er sich ins Ziel – Platz zwei in der Gesamtwertung blieb ihm trotzdem. „Schmerz ist vorüber, Rang zwei bleibt für immer“, sagte er mit zuckendem Lächeln.

Die zahlen, die den tag definieren

Die zahlen, die den tag definieren

3: Sekunden, die Martínez Vingegaard abnahm. 7: Sekunden, die Steinhauser zwischen sich und Rang vier brachte. 12.450: Höhenmeter, die die Fahrer in dieser Woche bewältigten. 29,3: Schnittgeschwindigkeit auf der Schlussetappe – bei fünf Anstiegen und zwei Abfahrten mit Asphalt, der mehr Risse als eine Trockenmauer hatte.

Morgen fliegt das Feld auseinander, die Saison wird härter. Wer heute in Nizza gewann, der gewann mehr als nur ein Rennen – er schickte der Konkurrenz eine Visitenkarte. Und Jonas Vingegaard? Der fliegt mit dem Gesamtsieg im Gepäck, aber mit der Erkenntnis, dass 2026 kein Selbstläufer wird. Die nächste Attacke kommt bestimmt, und sie wird jung sein.