Viktoria köln muss nach hohkeppel: pokal-kracher droht im amateurgau

Am Dienstagabend zog der Fußball-Verband Mittelrhein die letzten verbleibenden Lose – und schickt Viktoria Köln ins ländliche Hohkeppel. Ein Drittligist beim Mittelrheinligisten: Das klingt nach Pflicht, ist aber ein Blickfang, weil der Underdog dort in dieser Saison schon zwei höherklassige Teams versenkte.

Die auslosung im schnelldurchlauf

24. bis 26. März 2026 steigt das Halbfinale. SV Eintracht Hohkeppel gegen Viktoria Köln – ein Duell, das in der lokalen Chronik stehen wird, egal wie es ausgeht. Parallel empfängt Fortuna Köln den Bonner SC, ebenfalls Regionalliga gegen Regionalliga. Das Finale findet am 23. Mai im Kölner Sportpark Höhenberg statt; dann wird der Sieger neben dem Pokal auch das Ticket für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals 2026/27 lösen.

Die Geschichte des Wettbewerbs ist voll von vermeintlichen Selbstverständlichkeiten, die scheitern. Viktoria reist mit dem Druck, nicht zu stolpern. Hohkeppel spielt mit dem Rückenwind der eigenen Anhängerschaft – und mit dem Wissen, dass ein einziger Nachmittag ihr Vereinsleben verändern kann. Für die Organisatoren ist das Match ein Marketinggeschenk: ein Profiklub im Kleinstadion, Fernsehkameras, Regionallive-Übertragung, Biergarten-Flair.

Warum der pokal mehr zählt als nur silber

Warum der pokal mehr zählt als nur silber

Der Gewinner kassiert rund 200 000 Euro Startgeld für die erste DFB-Pokal-Runde. Für Amateure ist das ein Rettungsanker. Bei Türkspor Dortmund, derzeit im Westfalenpokal im Rennen, würde ein Finaleinzug die Insolvenzmasse sanieren. Beim 1. FC Bocholt, das am 28. März MSV Duisburg empfängt, erinnert man sich an die 4:2-Gala der Meidericher im letzten Regionalliga-Jahr – und will Revanche, verbunden mit dem großen Geld.

Der 23. Mai wird zum „Finaltag der Amateure“ mit 21 Endspielen gleichzeitig. Die Sportschau schaltet sich bundesweit in Konferenz ein, die Provinz wird zur Bühne. Für die Spieler ist das der Tag, an dem sie sich mit Namen wie Robert Lewandowski oder Thomas Müller in eine Liste setzen – zumindest für 90 Minuten. Für die Vereine bedeutet es Planungssicherheit: Sponsorengelder steigen, Dauerkarten verkaufen sich besser, die Jugendabteilung bekommt neue Trikots.

Bis dahin liegt noch ein März voller Favoritenfallen. Wer ausschläft, fliegt raus. Wer träumt, kann ganz groß werden. In Hohkeppel arbeitet man bereits an zusätzlichen Parkplätzen und an einer Choreografie, die den kleinen Sportplatz in eine Waldbühne verwandelt. Viktoria Köln wiederum wird nicht mit dem Bus anreisen, sondern mit klarem Auftrag: Halbfinale gewinnen, Finanzspritze sichern, Profi-Kader stabilisieren.

Am Ende bleibt eine simple Gleichung: 90 Minuten Amateurfußball, ein Stadion voller Leidenschaft, ein Ticket für die große Bühne. Die Karten sind gedruckt, die Termine stehen. Wer im Mai in Höhenberg pokalt, hat nicht nur Silber in der Hand, sondern auch die Zukunft seines Klubs. Der Countdown läuft – und Hohkeppel wartet darauf, Geschichte zu schreiben.