Nagelsmann zündet pavlovic-turbo: „pavlo spielt immer den gleichen stiefel“

Julian Nagelsmann hat den Turbo gezündet. Mit einem Satz, der klingt, als hätte er ihn sich auf dem Oktoberfest ausgedacht, katapultiert er Aleksandar Pavlovic ins WM-Rennen: „Pavlo spielt immer den gleichen Stiefel.“ Gemeint ist: Der 21-jährige Bayern-Sechser liefert nicht ab und an eine Top-Partie – er liefert Dauerbrand.

Warum diese lobhudelei jetzt knallt

Nagelsmanns Timing ist kein Zufall. Erst reist die Nationalelf Anfang Juni nach Köln, dann geht’s innerhalb von 18 Tagen gegen Marokko, den USA und Mexiko. Die Doppelsechs ist sein einziges echtes Bauriss. Joshua Kimmich auf der Sechs? Auf der Acht? Oder beides? Und wer räumt neben ihm das Parkett frei? Die Antwort fällt lauter aus, seit der Bundestrainer öffentlich Pavlovic und Leon Goretzka auf dieselbe Position schiebt.

Pavlovic selbst hört den Ruf. „Es motiviert mich, Gas zu geben“, sagt er im Sky-Gespräch und klingt dabei, als würde er gerade die Autobahn-Auffahrt zur Allianz Arena nehmen. Die Zahlen sprechen für ihn: 85 Prozent Passquote in der Bundesliga, 3,2 Ballgewinne pro 90 Minuten, null Platzverwechslungen. Kein anderer deutscher Sechser unter 23 kommt an diese Werte heran.

Der bvb-kontrahent und die eiserne logik

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Felix Nmecha, sein Konkurrent aus Dortmund, steht vor demselben Sprint. Doch während Nmecha zwischen Achter und Sechs pendelt, hat Pavlovic sich auf seine Rolle eingeschworen. Nagelsmann nennt das „Verlässlichkeit“, Bayern-Intern reden sie von „Automatik-Pavlo“. Die Mandelentzündung, die ihn zur Heim-EM fehlen ließ, wirkt wie ein Schicksals-Schubser: Jetzt oder nie.

Die ironische Pointe liefert die Historie. Nagelsmann selbst zog Pavlovic vor zwei Jahren noch selbst ins Profi-Training hoch, damals als Bayern-Coach. Sein Debüt feierte der Mittelfeld-Terminal erst unter Thomas Tuchel – und jetzt soll er unter eben jenem Nagelsmann die WM-Metamorphose vollziehen. Die Schuhe hat er bereits, den Stiefel auch. Die Bühne wartet.