Vichttal plant große liga – mit tribünen-bau und regionalliga-option

Der VfL 08 Vichttal spielt verrückt – im positiven Sinne. Der Mittelrheiner hat fristgerecht die Unterlagen für den Aufstieg in die Regionalliga eingereicht und plant parallel einen fulminanten Umbau des Sportparks Dörenberg. Doch der Weg nach oben ist mit Fragezeichen behaftet, und der Verein navigiert zwischen sportlicher Realität und ambitionierten Zielen.

Ein klares signal an die mannschaft – und die liga

Vorsitzender Frank Donsbach macht deutlich: Die Meldung zur Regionalliga ist kein blankes Versprechen. „Uns ist schon bewusst, dass der sportliche Aufstieg gegen den starken Konkurrenten Bergisch Gladbach, der aktuell fünf Punkte Vorsprung hat, schwierig wird“, so Donsbach. Die Option soll aber vor allem ein Signal an die Mannschaft sein: „Wir haben uns mit dem Erreichen der Top-Fünf unser diesjähriges Ziel bereits erfüllt. Es wäre vermessen, den Jungs jetzt vorzuspielen, ein Aufstieg sei unerwünscht.“ Sollte sich der Abstand zu Gladbach weiter vergrößern, würde der Verein die Meldung aber wohl auch wieder zurückziehen.

Neubau am dörenberg – unabhängig vom aufstieg

Neubau am dörenberg – unabhängig vom aufstieg

Während die sportliche Zukunft noch im Nebel liegt, zeichnet sich am Sportpark Dörenberg bereits ein deutliches Bild ab: Eine neue, offene Stufentribüne für rund 800 Zuschauer soll entstehen. „Der Bauantrag geht in den nächsten Tagen raus“, bestätigt Donsbach. Und das Beste daran: Dieses Projekt wird unabhängig vom sportlichen Ausgang umgesetzt. „Die Tribüne bauen wir auf jeden Fall“, versichert er. Zusätzliche Sicherheitszäune hingegen sind nur bei einem tatsächlichen Aufstieg geplant. Ein kurzfristiger Umbau bis zum Sommer wäre zwar ambitioniert, aber nicht unmöglich.

Die Finanzierung erfolgt dabei ohne riskante Kredite. „Wir werden keine Schulden machen“, so Donsbach, der betont, dass ein dauerhafter Viertligabetrieb unter den aktuellen Bedingungen ohnehin kaum stemmbar wäre. Der Aufstieg wird daher eher als einmalige Chance denn als strategisches Ziel betrachtet. „Für uns wäre das ein fußballerisches Abenteuer“, sagt Donsbach – ein Abenteuer, das aber ebenso schnell vorbei sein könnte.

Kader bleibt stabil – und zieht aufmerksamkeit auf sich

Kader bleibt stabil – und zieht aufmerksamkeit auf sich

Der Verein plant keine größeren Umbrüche im Kader, unabhängig davon, in welcher Liga der VfL 08 Vichttal nächste Saison spielt. Allerdings ist dem Verein bewusst, dass gute Leistungen auch die Aufmerksamkeit anderer Vereine auf sich ziehen. Besonders Torhüter Frederik Said (21) und Verteidiger Jonas Hoss (19) erregen derzeit das Interesse von Klubs aus der Regionalliga. Bisher seien jedoch noch keine konkreten Angebote bei ihm eingegangen.

Erfahrung kommt nach vichttal: meik kühnel verstärkt die abwehr

Erfahrung kommt nach vichttal: meik kühnel verstärkt die abwehr

Ein echter Glücksfall für den VfL ist die Verpflichtung von Meik Kühnel vom Ligakonkurrenten Teutonia Weiden. Der 31-jährige Kapitän bringt eine Fülle an Erfahrung mit – 195 Regionalligaspielen für Alemannia Aachen, den FC Wegberg-Beeck und nun Vichttal. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist Trainer Andi Avramovic, der langfristig an den Verein gebunden ist. „Mit ihm haben wir den besten Trainer der Mittelrheinliga“, schwärmt Donsbach.