Vicente moreno schreibt in katar geschichte – titel nach nur drei spielen
Al Rayyan ist der erste Sieger der neuen Qatar Stars League Cup. Ein spanisches Trio schlug zu: Vicente Moreno, Rodrigo Moreno und David García feierten einen 2:0-Finaltriumph gegen Muaither – und das, nachdem die Truppe erst drei Pflichtspiele absolviert hatte.
Der schnellste titel der karriere
Vicente Moreno kennt Druck. Der 49-Jährige muschte in Spanien RCD Mallorca, Espanyol, Osasuna und Almería durch turbulente Spielzeiten. In Doha sollte es zunächst nur „ein Projekt mit Perspektive“ werden. Stattdessen hält er nach 270 Minuten Spielzeit bereits Pokal Nummer eins in den Händen. „Ein Klub wie Al Rayyan muss jedes Jahr etwas gewinnen – das war klar, seit ich unterschrieb“, sagte er nach Abpfiff. Die Aussage klingt lapidar, doch sie trifft den Kern qatarischer Fußballkultur: Erfolg ist erwünscht, Erfolg in kürzester Zeit ist Pflicht.
Die Zahlen sprechen für sich: drei Matches, neun Tore, kein Gegentor in der Finalrunde. Róger Guedes eröffnete per Konter das Schützenfest, Aleksandar Mitrović legte nach. Dazwischen agierte Rodrigo Moreno als Katalysator. Neun Treffer stehen in seiner persönlichen Torjägerbilanz – keiner der Konkurrenten kam auf mehr als fünf.

Rodrigo moreno entzaubert die defense
Rodrigo, 33, galt in Europa als technisch versierter, aber phasenweise verletzungsanfälliger Angreifer. In Katar findet er Rhythmus, Gesundheit – und offenbar die gegnerische Abwehr. Seine Bewegung zwischen den Ketten erinnerte an seine Glanzzeiten in Valencia, nur mit mehr Zielstrebigkeit. „Er trainiert, als wäre er 23. Seine Einstellung ansteckend“, schwärmt Co-Kapitän David García, selbst frisch von Osasuna gekommen. Gemeinsam bilden sie das spanische Gerüst einer Startformation, die in der Regionalliga plötzlich die Pace vorgibt.
Mit der Emir-Cup-Krone und dem neuen Ligapokal besitzt Rodrigo bereits zwei Trophäen in einem Jahr – mehr als in den letzten sieben Saisons in England und Spanien zusammen.

Neue machtverhältnisse im golf
Die Qatar Stars League Cup ist ein PR-Werkzeug der Liga, um zusätzliche TV-Minuten und Sponsoring-Kontakte zu generieren. Dass ausgerechnet Al Rayyan den Debüt-Pokal holt, verschiebt die Machtbalance. Al-Sadd und Al-Duhail dominierten die vergangene Dekade, doch jetzt meldet sich ein Verein zurück, der zuletzt 2016 Meister wurde. CEO Hani Ballan sprach nach dem Finale von „einem verdienten Sieg und einer historischen Nacht“. Die Worte klingen nach Hofberichterstattung, aber sie signalisieren auch: Der Klub steht auf der Siegerstraße – und der neue Trainer soll länger bleiben.
Vicente Moreno betonte, dass das Turnier „nur der Anfang“ sei. Die Meisterschaft beginnt in acht Wochen, das Budget ist groß, der Kader tief. Die Ansprüche sind laut, der Zeitdruck höher als je zuvor. Genau das liebt er. Denn wer in drei Spielen Titel Nummer eins holt, darf für die nächsten Runden getrost die Latte höher legen.
