Vfl gummersball jagt rekorde – hallbäck schwört den flow fest

Sieben Siege, ein Aufschrei, null Niederlage seit dem 1. Februar. Der VfL Gummersball hat die Handball-Bundesliga verändert, ohne dass die Großen es bemerkten. Am Samstag (28.3., 20.30 Uhr) kommt TSV Hannover-Burgdorf in die Arena am Kortelberg – und mit ihm die Chance auf den achten Schlag in Serie. Dann wären die Oberbergischen offiziell heißer als Flensburg, Kiel und Magdeburg zusammen.

Kay smits und die fliegenden u21-europameister

Der Niederländer liefert seit Wochen Tor um Tor, doch das ist nur die Spitze. Dahinter agieren Miro Schluroff, Tom Kiesler und Mathis Häseler wie auf Bestellung – Silber aus Bratislava noch im Gepäck. „Viele Spieler sind gerade auf sehr hohem Niveau“, sagt Neuzugang Ludvig Hallbäck, der sich selbst in diese Kategorie drängt. Der Schwede kam, sah und traf in den ersten drei Spielen siebenmal. Der Flow, von dem er spricht, ist kein Placebo, sondern Zahlenwerk: 35:13 Punkte, Platz fünf, nach Minuspunkten schon vor dem Rekordmeister aus Kiel.

Die Recken dagegen taumeln: vier Pleiten nacheinander, 22:28 Zähler, Tabellenplatz neun. Im Hinspiel kratzte Gummersball noch ein 29:26 aus dem Hexenkessel – heute wirkt der Gegner angeschlagen. „Wir holen uns die zwei Punkte“, prophezeit Hallbäck. Kein Satz klingt wie Hochmut, eher wie eine Feststellung.

Champions-league-expansion macht den vfl größer

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2027/28 wird das europäische Klub-Format auf 24 Teams erweitert, Deutschland erholt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einen dritten Startplatz. Platz zwei und drei winkt die Königsklasse, Platz fünf ist bereits Europa-League-sicher – möglicherweise reicht sogar Rang sieben. Die EHF muss die Nominierungen noch absegnen, doch die HBL signalisiert schon jetzt: VfL Gummersball ist im Kalkulationsmodus. Sportchef Emir Kurtagic verlängerte bis 2028, Linksaußen Julian Köster wechselt zwar nach Kiel, doch als Ersatz kommt Alex Dujshebaev, Weltmeister, Final-Four-MVP, Spanien-Legende. Die Botschaft lautet: Wir bleiben, wir wachsen, wir wollen international.

Die Fans spüren es. Die Arena mit 4.300 Plätzen ist seit drei Heimspielen ausverkauft, die Warteliste wächst schneller als die Torschützenliste. Am Samstag werden wieder decibelhohe Chöre durchs Dach dröhnen – und wenn der achte Sieg feststeht, schreit niemand mehr nach einem Strohfeuer. Dann sprechen alle von Kontinuität, von einem neuen Schwung, der aus dem Bergischen Land kommt und direkt nach Europa weiterzieht.

Um 22.10 Uhr dürfte klar sein, ob der VfL auf Rang drei springt oder wenigstens den Vorsprung auf die Verfolger ausbaut. Die Frage, wie hoch es noch hinausgeht, beantwortet sich dann von selbst: so hoch wie die eigene Trefferquote – und die ist gerade atemberaubend.