Vfl bochum rutscht zurück in den sumpf: röslers zauber ist verflogen
Die 10.000 mitgereisten Anhänger erlebten in Düsseldorf keine Fußball-Partie, sondern eine Beerdigung. 45 Minuten lang lief Uwe Rösler seine alte Wirkungsstätte an, sah aber nur ein Bochumer Team, das „mutlos, kraftlos, energielos“ wirkte – seine eigenen Worte. Mit dem 1:2 kollabierte die letzte Hoffnung, dass der VfL endgültig aus der Abstiegszone entwischt ist.
Die Zahlen sind ein mörderisches Memento: 16 Punkte aus den ersten sieben Spielen unter Rösler, danach nur noch vier Punkte aus den folgenden neun Partien. Der Abstand zur Relegation schrumpft auf vier Zähler. Der Trainereffekt ist nicht nur verpufft – er ist implodiert.

Rösler übernimmt die schuld – und kündigt radikalen schnitt an
„Ich habe die Mannschaft selektiert, ich übernehme voll die Verantwortung“, sagt der 57-Jährige nach dem Spiel. Kein Verteidigen, kein Relativieren. Dafür ein klarer Plan: „Back to the basics“ lautet die Devise für die restlichen zehn Spiele. Kein Tiki-Taka, kein Palaver – nur noch Punkte. Am Samstag gegen Kaiserslautern muss der zweite Saisonsieg her, sonst droht der freie Fall in die 2. Liga.
Was niemand laut sagt: Die Kabine dampft. Timo Horn rettete in Düsseldorf mit drei Glanzparaden die Halbzeit, doch selbst der Keeper schüttelte ungläubig den Kopf. Die Feldspieler wirkten wie Fremde, die sich zufällig im gleichen Dress trafen. Die Spielintelligenz fehlte, die Aggressivität auch. Es war der klassische Abstiegsauftritt – nur ohne den Abstiegsplatz, vorerst.
Rösler kennt die Mechanik des Tabellenendes aus eigener Erfahrung. Bei Fortuna Düsseldorf feuerte man ihn 2021, weil er die Kurve nicht bekam. Jetzt droht ihm die gleiche Geschichte auf der anderen Seitenlinie. Die Fans sangen auch nach dem 1:2 noch, doch die Stimmen wurden schriller, die Rufe kürzer. Die Geduld ist aufgebraucht.
Fakt: Wer in neun Spielen nur einmal gewinnt, der spielt irgendwann nicht mehr im Mittelfeld, sondern in der Roten Laterne. Bochum hat die nächste Woche, um das Blatt zu wenden. Keine Theorien, keine Taktik-Apps – nur reine Schlagkraft. Sonst wird der Abstieg nicht mehr nur gedacht, sondern programmiert.