Vfb stuttgart feuert heiko gerber – frauen-aufstieg plötzlich wackelig

Der Traum vom Bundesliga-Comeback rückt in weite Ferne: Nach der 2:4-Schlappe gegen Mainz 05 hat der VfB Stuttgart Heiko Gerber mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Trainer der Frauen-Mannschaft entbunden. Die Schwaben verlieren damit nicht nur ihren Tabellenplatz, sondern auch den Kopf, der sie seit Juli 2022 durch Oberliga, Regionalliga und 2. Bundesliga geführt hat.

Ein sieg, der alles verspielte

Das Rekord-Spiel gegen Mainz war kein gewöhnliches Spiel. Es war die Zäsur. Die Mainzerinnen lagen zur Pause schon 3:0 vor, Stuttgart kam zwar heran, doch die Pleite war besiegelt. Drei Punkte Vorsprung auf den SV Meppen – das klingt nach Polster, ist aber ein Seil, das jetzt brennt. Sascha Glass, General Manager VfB Frauenfußball, formuliert es nüchtern: „Die Formkurve der letzten Monate“ habe die Entscheidung erzwungen. Ein Satz, der so viel bedeutet wie: Wir verlieren den Glauben.

91 Pflichtspiele hat Gerber an der Seitenlinie gestanden, 174 kamen als Spieler davor. Ein Leben lang VfB – und jetzt dies. Der Verein spricht von „neuem Input“, doch intern ist man sich einig: Es fehlt nicht an Technik, sondern an Nervenkraft. Die Mannschaft schafft zwar Tore, aber keine Serien mehr. Seit Februar nur zwei Siege, dafür zwei Niederlagen gegen direkte Konkurrentinnen. Die Tabelle lügt nicht.

Kein nachfolger, kein konzept

Kein nachfolger, kein konzept

Wer übernimmt, ist offen. Glass verspricht „zeitnah“ eine Entscheidung, doch die Spielerinnen reisen am Wochenende nach Sand – ohne Chef. Die interne Lösung wird Interim, die externe Suche hektisch. Zeit ist ein Luxus, den Stuttgart sich mit jedem weiteren Patzer verscherzt. Noch vier Spieltage, dann entscheidet sich, ob der Aufstieg Plan oder Illusion bleibt.

Der VfB hat die Reißleine gezogen, aber das fallende Messer steckt noch in der Wunde. Wer es herauszieht, muss wissen, wie man blutet – und wie man wieder siegt.