Valencia trennt sich nach 26 jahren von angulo – rauswurf nach horror-serie
Valencia CF und Miguel
Ángel Angulo – ein Name, der 26 Jahre lang untrennbar schien – beenden ihre Liaison mit sofortiger Wirkung. Der Klub entließ den Coach des zweiten Teams, nachdem VCF Mestalla in den letzten zehn Spielen nur einen Sieg holte und nun im Play-out-Keller der Primera RFEF hockt.Die Meldung kam am Dienstagmittig per Pressemitteilung, in der das Wort „despido“ (Entlassung) bewusst fehlt. Stattdessen heißt es lapidar, Angulo werde „seiner Aufgaben entbunden“. Dahinter steckt ein Machtpoker: Präsident Kiat Lim beriet sich mit CEO Ron Gourlay und Cheftrainer Carlos Corberán, ehe der Befreiungsschlag fiel.

Ein leben in schwarz-orange endet mit 10 punkten aus 10 spielen
Die Zahlen sind gnadenlos. Zehn Partien, zehn Punkte, Platz 13 – nur zwei Positionen über der roten Zone. Für einen Verein, der in den vergangenen Jahren mit Angulo sogar den Aufstieg in die dritthöchste Liga feierte, ist das ein Imageschaden, den Lim nicht länger mittragen will.
Angulo kam 1998 als Spieler aus Oviedo, wurde mit Claudio Ranieri, Héctor Cúper und Rafael Benítez zum am meisten dekorierten Profi der Klubgeschichte, erlebte 2007 das berüchtigte Koeman-Desaster, kehrte zurück und avancierte nach seiner Karriere zum Architekten der Akademie. 14 Jahre lang schulte er Talente, stöpselte kurz als Assistent von Gary Neville beim Profiteam mit, doch nun ist Schluss.
Die Nachfolge regelt Óscar Sánchez, bisher Coach des Juvenil A. Er übernimmt mitten im Abstiegsendspurt, ohne Übergangszeit, ohne Netz. Der 39-Jährige kennt die Kids, aber ob er sie vor dem Absturz bewahren kann, steht auf einem anderen Blatt.
Im Gepäck hat Angulo 603 Einsätze als Spieler, drei Trophäen und ein Denkmal in den Herzen vieler Anhänger. Doch Erinnerungen zählen im Winter der sportlichen Realität nichts. Wer nicht gewinnt, fliegt – auch, wenn man ein Vierteljahrhundert lang die Seele des Klubs war.
