Sammer wettet auf schlotterbeck: „er wird das gesicht der neuen dortmunder epoche“

Matthias Sammer legt sich fest: Nico Schlotterbeck bleibt. Kein „wenn“, kein „aber“, nur eine steile These, die den BVB-Fanherzen schlagen lässt. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass er bei Borussia Dortmund bleibt“, sagt der Klub-Berater in Sky’s „Hagedorn-Talk“ und knallt die Faust so virtuell auf den Tisch, dass selbst Moderatorin Basile kurz schluckt.

Sammer hat keinen Geheimvertrag in der Tasche, keine Insider-Klausel, nicht mal eine WhatsApp vom Spieler. „Ich hau das einfach mal raus“, gibt er offen zu. Was klingt wie ein Bauchgefühl, ist in Wahrheit ein Blick in die strategische Kristallkugel. Der 57-Jährige sieht Dortmund am Beginn einer neuen Ära – und Schlotterbeck als Hauptdarsteller.

Warum der verteidiger plötzlich doch wieder schwört

Der 26-jährige Innenverteidiger, bis 2027 an den BVB gebunden, hatte sich selbst zuletzt in Interviews aalglatt aus der Affäre gezogen: „Ich schaue, was für mich das Beste ist.“ Dahinter: heiße Anrufe aus München, Madrid, Manchester. Doch je lauter die Gerüchte wurden, desto mehr rutschte Schlotterbeck auf der emotionellen Rutschbahn zurück nach Dortmund.

Interne Zahlen, die Sport1 vorliegen, zeigen: Eine Zweijahres-Verlängerung mit Ausstiegsklausel für 2027 ist auf dem Tisch. Gehaltssprung auf zwölf Millionen Euro brutto pro Saison plus Boni. Die Klausel? Fixiert auf 70 Millionen Ablöse – ein Preisschild, das selbst Real Madrids Geldscheffler zweimal hinschauen lässt.

Der puzzleteil, der edin terzic entlastet

Der puzzleteil, der edin terzic entlastet

Für Trainer Edin Terzic ist Schlotterbeck kein simpler Abwehrchef, sondern der lautstarke Kommunikator, der die gesamte Viererkette dirigiert. „Wenn Nico fehlt, müssen wir die Defensive umstellen wie ein Schaltbrett“, sagte Terzic vor dem Wolfsburg-Spiel. Die Statistik gibt ihm recht: Mit Schlotterbeck kassierte der BVB in dieser Saison 0,8 Tore pro Spiel, ohne ihn 1,6. Eine Differenz, die zwischen Champions-League-Platz und Europa-League-Trübsinn liegt.

Die Fans spüren das. 72 Prozent der Mitglieder, die an der jüngsten Umfrage teilnahmen, votierten für „unbedingt halten“. Das ist keine kleine Zahl in einer Zeit, in der jeder dritte Profi beim BVB mit dem Abflug liebäugelt.

Der sommer wird heiß – aber wohl ohne ihn

Der sommer wird heiß – aber wohl ohne ihn

Die Deadline tickt. Berater Volker Struth hat sich auf eine Zwei-Wochen-Frist verständigt, bis Ende April will Schlotterbeck Klarheit. Intern rechnet man beim BVB mit einem Durchbruch noch vor dem letzten Heimspiel gegen Darmstadt. Die Signale sind grün, die Unterschrift nur noch Formsache.

Bliebe das Worst-Case-Szenario: Real legt 70 Millionen auf den Tisch und Schlotterbeck packt doch die Koffer. Dann winkt dem BVB eine Gewinnmarge von 55 Millionen – aber auch ein personelles Loch, das mit Mats Hummels 35 und Emre Can 30 nicht zu stopfen ist. Sammer zuckt mit den Schultern: „Fußball ist kein Wunschkonzert, aber ich wette meine Sammler-Europameisterschaft-Münze darauf, dass er bleibt.“

Die Wette läuft bis Saisonende. Dann wissen wir, ob Sammer’s Bauchgefühl erneut Gold wert ist – oder ob der „Gesicht der neuen Epoche“ doch nur ein Zwischenspiel war. Die Koffer stehen noch im Flur, aber der Schlüssel für die Wohnung in Dortmund liegt schon wieder auf dem Küchentisch.