Vfb homberg: erster sieg im neuen jahr – ist der knoten endlich geplatzt?

Nach einer verkorksten Hinrunde und einer Durststrecke von neun sieglosen Spielen hat der VfB Homberg im Abstiegskampf der Oberliga Niederrhein endlich wieder Grund zur Freude. Der 3:0-Erfolg gegen die Holzheimer SG markiert einen Lichtblick, auch wenn Coach Stefan Janßen mahnt, die Euphorie nicht überzubewerten.

Die entscheidende phase und der rote karton

Der Sieg gegen Holzheim war keineswegs ein Selbstläufer. Vielmehr war es eine strittige Szene kurz vor dem Pausenpfiff, die die Weichen für den späteren Erfolg stellte. Der Platzverweis gegen Holzheims Keeper Johannes Kultscher und der fällige Elfmeter, den Emir Demiri eiskalt verwandelte (45.+3), brachen das Spiel offen und gaben Homberg den nötigen Schub. Dieser Moment markierte den Wendepunkt, wie Janßen bestätigte, obwohl er betonte, dass man den Sieg nicht überstrapazieren dürfe.

Ein psychologischer Befreiungsschlag Die lange Phase ohne Sieg hatte weniger mit fußballerischen Defiziten als vielmehr mit psychischen Belastungen zu tun. „Wir konnten der Mannschaft eigentlich nie einen Vorwurf machen, der Einsatz war immer da“, erklärte Janßen. „Mit jedem Spiel, das du nicht gewinnst, wird das Selbstvertrauen weniger.“ Die Negativspirale wirkte sich auf die Leistungen der Mannschaft aus, führte zu unglücklichen Gegentoren in entscheidenden Momenten und vergebenen Großchancen.

Der Abgang von Führungsspieler Fabio Ribeiro im Winter hinterließ zudem eine spürbare Lücke. Sein Ersatz konnte die Qualität des Routiniers nicht uneingeschränkt kompensieren, was zu einer gewissen Instabilität in der Mannschaft führte. Die Verantwortung wurde auf mehrere Schultern verteilt, was sich nicht immer in Konstanz auszahlte.

Ruhe bewahren und langfristige planung

Ruhe bewahren und langfristige planung

Während andere Vereine in solchen Situationen schnell zu drastischen Maßnahmen greifen, bewahrte man am Rheindeich die Ruhe. Sportlicher Leiter Frank Hildebrandt betonte die klare Linie: „Ruhe bewahren, viel sprechen und gezielt arbeiten.“ Die Ursachen für die Krise werden sowohl im Pech als auch im fehlenden Quäntchen Konsequenz gesehen, wobei Hildebrandt auch auf die enge Leistungsdichte in der Oberliga Niederrhein hinwies. „Gefühlt kann die halbe Liga noch absteigen.“

Bemerkenswert ist die langfristige Planung des Klubs. Bereits seit Januar laufen die Verhandlungen für die kommende Saison, und 17 Spieler stehen fest – darunter zahlreiche Vertragsverlängerungen und Neuzugänge. Auffallend ist, dass kein einziger Spieler seine Entscheidung an die Ligazugehörigkeit geknüpft hat. Das zeigt die hohe Identifikation der Spieler mit dem Verein.

Janßen selbst nimmt die Verantwortung für die bisherige Situation an und hinterfragt seine eigenen Entscheidungen. Mit einem Augenzwinkern relativiert er den Druck, dem er ausgesetzt ist: „Ich habe hier in Homberg rund 600 'Bundestrainer' auf den Rängen sitzen – bei Julian Nagelsmann sind es 80 Millionen.“

Am Sonntag empfängt der VfB Homberg den Aufsteiger Adler Union Frintrop. Mit einem weiteren Sieg könnte der Abstand zum rettenden Ufer verkleinert werden. Doch Janßen mahnt zur Vorsicht: „Das war nur ein Schritt. Wir haben noch nichts erreicht.“