Veszprém droht mit strafen: bartha zieht die notbremse nach cl-pleite

One Veszprém HC steht im Abseits. Fünfter Platz in der Gruppenphase, 14:14 Punkte, keine Siegermentalität – das reicht nicht für den ersehnten Champions-League-Titel. Geschäftsführer Csaba Bartha reagiert mit dem Handschuh: Strafen und personelle Konsequenzen sind beschlossene Sache, sollte sich das Team nicht bis Mai um 180 Grad wenden.

Bartha legt nach: „ich ziehe jetzt die reißleine“

Die Worte sind so scharf wie die Metallkante eines Flaggenträgers. „Ein 50-jähriger Verein mit Tradition kann sich ein solches Verhalten nicht leisten“, schreibt Bartha in seiner Mitteilung. Er spricht von „kollektiver Verantwortung“ und „harten Strafen“, ohne konkret zu werden – genau das macht die Drohung giftig. Die Spieler wissen: Jeder weitere Ausrutscher kostet nicht nur Punkte, sondern bare Münze und möglicherweise den Job.

Die Zahlen sind gnadenlos. Vier Finalniederlagen seit 2002, kein Titel. Die jüngsten K.o-Spiele gegen Berlin (31:32, 34:38) zeigten ein Team, das in den entscheidenden Minuten den Faden verliert. Xavi Pascual steht als Cheftrainer unter Beobachtung, obwohl Bartha betont, dass keine taktischen Eingriffe aus seinem Büro kommen. Der Druck entlädt sich woanders: auf den Lohnzetteln und in den Verträgen.

Neue saison, alte wunden: 17 wechsel reichen nicht

Neue saison, alte wunden: 17 wechsel reichen nicht

Im Sommer rüttelte Veszprém an 17 Positionen – nur Ludovic Fabregas ging auf eigenen Wunsch. Der Rest war Wunschkritik des Trainerteams. Doch selbst mit Mikita Vailupau und Yahia Omar flimmert keine Automatik über das Parkett. Die Abwehr wirft Lücken auf wie ein kaputtes Netz, und Torhüter Rodrigo Corrales kann nicht jeden Konter solo stoppen.

Jetzt droht PSG in den Play-offs. Erst dort, sagt Bartha, beginne „die eigentliche Saison“. Doch die Ausgangslage ist beschissen: kein Heimvorteil, kein Momentum, dafür ein Saisonziel, das wie ein Betonklotz auf der Brust liegt. Sollte das Veszprém-Experiment erneut scheitern, kündigt der Geschäftsführer „weitreichendere Entscheidungen“ an – Codewort für Abriss statt Renovierung.

Die Fans reagieren mit gemischten Gefühlen. Die Ultrà-Gruppe „Veszprém Vikings“ mobilisiert für das PSG-Duell, doch auf Twitter kursiert das Hashtag #BarthaRaus. Die Spaltung ist real. Einerseits Sehnsucht nach dem ersten Henkelpott, andererseits Erschöpfung von jährlichen Versprechungen.

Für Veszprém tickt nicht nur die Uhr der laufenden Saison. Auch die Marktwerte der Stars schmelzen. Ein frühes Aus gegen PSG würde das Budget für 2026/27 um mindestens 800.000 Euro kürzen – Sponsorengelder, die an Erfolgsprämien gekoppelt sind. Bartha hat die Kalkulation offen auf den Tisch gelegt: Kein Titel, kein Geld, kein Frieden.

Die Botschaft ist klar. Veszprém will nicht mehr reden, sondern siegen. Wer nicht liefert, fliegt – und zwar ohne Netz.