Verstappen jagt nächsten sprint-rekord: shanghai wird zur schredder-piste
Sprint statt Schonung: In Shanghai platzt die nächste Runde der Formel-1-Turbogeschichte. Max Verstappen rollt als 16-Mal-Sprintkönig an den Huangpu – und Liberty Media spielt schon mit dem Gedanken, 2027 alle 24 Rennen auf Turbo zu stellen.
Sechs mal kurzstrecke, ein mal vollgas
Der Modus ist schneller als ein Boxenstopp: Freitag ein einziges Training, dann Qualifying für die 100-Kilometer-Jagd am Samstagmittag. Wer dort gewinnt, sammelt nicht nur drei Zähler, sondern auch Startplatz-Chips für die Psyche. Verstappen hat diese Münze bisher acht Mal eingesammelt, Sergio Pérez und Lewis Hamilton folgen mit je zwei Triumphzügen – ein Gefälle wie zwischen DRS und Handbremse.
Die Zahlen sind so schonungslos wie seine Starts: 16 Sprinte, 8 Siege, 5 Poles, 6 schnellste Runden – und 203 Punkte, mehr als die Hälfte des Feldes in der Gesamtwertung je erreichte. Shanghai ist für ihn ein weißes Blatt: 2019 fuhr er hier erstmals, dann kam Corona und legte die Strecke lahm. Nun kehrt er zurück, als wolle er die fehlende Statistik nachreichen.
Die Gegner haben die Rechnung gemacht. Ferrari montierte ein neues Floor-Package, Mercedes schickt ein überarbeitetes Frontflügel-Element ins Rennen – und McLaren? Die wollen mit einem Getriebe-Update die Lücke von 0,18 Sekunden auf eine Runde schmelzen. Doch die Frage bleibt: Wer traut sich, Verstappen in den ersten 800 Metern anzugreifen, bevor das RB20 wieder wegdriftet wie ein U-Boot im Yangtze-Strom?
Die restlichen Sprint-Stationen stehen fest: Miami wird zur Pool-Party, Silverstone zur Brexit-Revanche, Montréal zur Kanonenkugel, Zandvoort zur Oranje-Invasion und Singapur zur Nachtschicht im Dschungel. Liberty Media testet intern bereits ein Modell mit acht Sprints – die Teams wehren sich, weil jedes zusätzliche Rennen 300.000 Euro Mehrkosten bedeutet und die Budgetcap knarzt wie ein altes Hauptzelt.
Für Fans lautet die Devise: Samstag um 5 Uhr MEZ live, sonst verpasst man die halbe Saison. Wer streamt, zahlt 19,99 Euro im Monat – ein Preis, der inzwischen günstiger ist als ein Döner in Milan. Die Uhr tickt. In 72 Stunden steht Verstappen wieder auf der Startaufstellung, Blick nach links, rechts – und dann Vollgas in Richtung nächsten Rekord. Die Jagd ist eröffnet, die Konkurrenz schon in Trab.
