Vero volley dreht 0:2-debakel: pietrini und egonu schleudern milano in finale-nähe
Die Luft war raus, die Toskana jubelte schon. Dann trat Sarina Pietrini ein, und plötzlich stand die ganze Serie A1 kopf. Mit 15:6 im Tiebreak besiegelte Numia Vero Volley Milano das 3:2 gegen Savino Del Bene Scandicci – und damit die 2:0-Serienführung in der Halbfinals.
Ein satz rettete die saison
Lavarini hatte seinen Stamm auf links rotationiert, aber nichts funktionierte. Erst als Pietrini Lanier ersetzte, erwachte das System. Die 24-jährige Diagonalspielerin tankte sich aus eigener Hälfte in die Annahme, spulte 18 Angriffsversuche ohne Fehler ab und stellte mit einem Block den 20:12-Satzball im dritten Durchgang sicher. Von da an war Milano ein anderer Verein.
Die Zahlen sind brutaler als jede Analyse: 69 % Angriffsquote im vierten Satz, 8 Punkte ohne Fehler im Tiebreak – nur Egonu. Dabei war ihre Quote im zweiten Durchgang noch im negativen Bereich gewesen. „Wir haben nicht gewechselt, wir haben nur erinnert“, sagte Lavarini nach Abpfiff. Gemeint: Erinnert an die Tatsache, dass diese Truppe schon drei Finals in Folge gespielt hat.

Toskana verliert die schlagzahl
Scandicci dagegen kollabierte nach dem 13:25 im zweiten Satz völlig. Fersino lief wie wild, aber Ognjenovic war sichtbar angeschlagen, Antropova verlor nach starkem Start die Zielgenauigkeit. Service, Annahme, Block – alles brach in sich zusammen. Trainer Barbolini wechselte dreimal diagonale Position, doch die Rotation blieb starr. Die 15 Punkte im Tiebreak sind die niedrigste Ausbeute eines Halbfinalisten seit fünf Jahren.
Die Serie ist nicht entschieden, aber die Psychologie entscheidet sich am Mittwoch in der Halle von Scandicci. Dort, wo die Toskana in dieser Saison noch ungeschlagen ist, müssen sie nun gewinnen – sonst fliegt die Überraschung nach Mailand. Und Mailand? Die Lombarden haben nichts zu verlieren, außer eben doch den dritten Finals-Ticket-Stempel in Serie.
Der Countdown läuft. 20:30 Uhr, Mittwoch. Wer zittert, verliert.
