Vegas feuert cassidy – tortorella übernimmt im endspurt
Die Vegas Golden Knights haben Bruce Cassidy entlassen. Nach nur vier Siegen aus den letzten 16 Spielen zieht Manager Kelly McCrimmon den Stecker – und setzt auf John Tortorella, 67, einen Mann, der für Temperament und Titel gleichermaßen steht.
Warum jetzt? die antwort liegt im kalender
Noch acht Spiele, dann ist die Regular Season vorbei. Vegas hängt in der Pacific Division mit 81 Punkten am Rand der Playoffs. Ein weiterer Ausrutscher, und die Defending Champions fliegen raus. McCrimmon spricht von „dem Level, das unser Club erwartet“ – ein netter Code für: Wir haben keine Zeit mehr.
Cassidy, 2023 noch Held am Strip, bekam die Quittung für eine Serie, in der selbst das Powerplay verlernte, was Angruck bedeutet. Die Jumbotron-Videos aus dem T-Mobile Arena zeigten zuletzt nur noch hängende Köpfe. Die Entscheidung fiel Sonntagabend, nach dem 2:5 in Anaheim. Binnen 24 Stunden hatte Tortorella das erste Training geleitet.

Tortorella bringt schärfe – und ein vermächtnis
Er ist der Trainer, der 2004 mit Tampa Bay den Cup holte, 2017 in Columbus Rekord-Serie startete und in Philadelphia zuletzt eine junge Mannschaft auf die Beine stellte. Seine Taktik: hartes Forecheck, Blockschüsse bis zur Schienbein-Rotfarbe, dazu Pressekonferenzen, die manchmal länger brennen als die Eishalle.
Die Kabine in Vegas kennt ihn nur aus Fernsehbildern. Das wird sich ändern. Tortorella gilt als König der Kurzzeit-Motivation – genau das, was Vegas braucht, um die Saison noch zu drehen. McCrimmon nennt ihn „eine der profiliertesten Stimmen der Liga“. Gemeint ist: Er schreit, wenn nötig, bis die Plexiglasscheiben wackeln.
Die Vertragsdetails: ungenannt, aber brisant. Tortorella hat keinen Vertrag über die Saison hinaus. Das macht ihn zur Kanonen, die entweder trifft oder explodiert. Spieler wie Jack Eichel und Mark Stone haben acht Spiele Zeit, ihm zu beweisen, dass sie nicht Teil des Problems sind.

Der countdown läuft
Erstes Feuerprobe: Dienstag gegen Calgary. Dann folgen Schlachten gegen Edmonton und Colorado – alles direkte Konkurrenten. Die Points-Column tickt, die Tabelle lügt nicht. Wer jetzt stolpert, guckt im April vom Sofa aufs Playoff-Eis.
Cassidy hat die Stadt mit dem Cup verlassen, doch die Stadt vergisst schnell. Tortorella kennt das Spiel: Er wurde schon in New York gefeuert, in Vancouver verjagt, in Columbus geliebt – und überall hinterließ er Spuren. Ob Vegas seine letzte Station wird, entscheidet sich in den nächsten drei Wochen. Die Uhr läuft. Die Scheibe ist auf dem Eis. Und Tortorella? Der schreit schon.
