Vc wiesbaden stolpert zum auftakt: suhl demontiert die favoritenrolle

Die Niederlage kam wie ein Kaltwassereimer: Mit 1:3 kassierte VC Wiesbaden im eigenen Parkett eine Standpauke von Tabellenzweiten Suhl – und verpasst damit die erste Chance, sich im Viertelfinale Luft zu verschaffen.

Satz eins war ein debakel, satz zwei ein hauch hoffnung

0:25 – die Zahl klingt wie ein Tippfehler, ist aber die bittere Wahrheit des ersten Satzes. Die Thüringer starten mit dem Turbo, Wiesbaden wirkt wie gelähmt. „Wir haben Suhls Druck nicht mal ansatzweise kompensiert“, sagt Trainerin Anna Ramich nach dem 9:25 mit zitternder Stimme. Doch statt aufzugeben, schüttelt das Team in Satz zwei die Paralyse ab und holt sich den engsten Durchgang des Tages (27:25). Die Halle tobt, doch die Euphorie hält nur kurz.

Denn Suhl dreht wieder auf. Außenangreiferin Lina van der Veen trifft aus jeder Lage, die Annahme der Gäste läuft auf Automatik. Die Hessinnen rutschen in alte Muster zurück: Zu viele Aufschlagfehler, zu wenig Druck im Mittelblock. Satz drei und vier gehen klar an Suhl, 17:25 und 20:25.

Statistik lügt nicht: punkteverhältnis 2,1:1 für suhl

Statistik lügt nicht: punkteverhältnis 2,1:1 für suhl

Die Tabelle hatte vorher schon gesprochen: 46 Punkte holte Suhl in der Hauptrunde, Wiesbaden blieb bei 22 hängen. Die Bandbreite zeigt sich auch in der individuellen Bilanz: Nationalspielerin Jennifer Janiska kam auf 18 Punkte – bei Wiesbaden schaffte keine Angreiferin mehr als zehn. „Wir müssen jetzt kleinteilig arbeiten: Blockstellung variieren, Aufschlagrisiko erhöhen und vor allem unsere Libera aus der Deckung bringen“, fordert Ramich.

Die Play-off-Formel ist rücksichtslos: Wer zwei Siege holt, zieht ins Halbfinale ein. Das Rückspiel am Dienstag (25. März, 19 Uhr) findet in der Sporthalle am Rhein statt – und wird zur Schicksalsstunde. Sollte Wiesbaden erneut leer ausgehen, ist die Saison vorzeitig beendet.

Für die Fans bleibt ein Fünfel: Die Mannschaft hat Herz bewiesen, aber Herz alleine reicht nicht gegen Suhls Maschine. Jetzt zählt nur noch Taktik, Nervenstärke – und ein Sieg, der die Serie am Leben erhält.