Vc wiesbaden stolpert im viertelfinale: suhl enträtselt hessinnen in drei sätzen

Die Überraschung blieb aus, der Traum vom Halbfinale bekommt einen Riss: VC Wiesbaden verliert das erste Play-off-Spiel bei Suhl mit 1:3 und muss nun am Dienstag zuhause gewinnen, um die Serie am Leben zu halten.

Suhl startet mit kantersatz, wiesbaden findet sich zu spät

Der erste Satz war ein K.o.-Schlag. 25:9 – so lautet ein Ergebnis, das man sonst aus der Schülerliga kennt, nicht aus einem Viertelfinale der Bundesliga. Doch genau diese Demütigung fügten die Thüringerinnen den Gästen aus Hessen zu. „Wir sind schlafend in die Partie gestartet“, sagte VCW-Trainerin Kristjana Þórhallsdóttir nach dem 9:25 mit entsetztem Gesicht. Ihre Mannschaft brauchte einen ganzen Satz, um den Schock zu verdauen.

Dann kam der zweite Durchgang, und plötzlich war Wiesbaden da. 25:27 – knapp, aber wichtig. Die Hessinnen wehrten sich, attackierten früher, blockten aggressiver und ließen Suhls Libera laufen. Die 2.100 Zuschauer in der Werkstatt-Sporthalle atmeten durch. Doch der Funke sprang nicht auf die komplette Mannschaft über. Satz drei ging wieder deutlich an die Gastgeberinnen, und im vierten Satz war die Luft raus.

Best-of-three wird zur zitterpartie

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Die Play-offs folgen dem olympischen Prinzip: zwei Siege, Weiterkommen. Für Wiesbaden heißt das: Am Dienstag (19 Uhr, Herbert-Grünewald-Halle) muss gewonnen werden, sonst ist die Saison vorbei. Die Statistik spricht gegen die Rhein-Main-Truppe: In der Hauptrunde holte Suhl 49 Punkte, Wiesbaden nur 22. Die Thüringerinnen gewannen beide Saisonspiele, beide Male ohne Satzverlust.

Doch Zahlen lügen nicht – und erzählen auch nicht die ganze Wahrheit. Nach dem 9:25-Satz haben die Hessinnen bewiesen, dass sie Suhl ärgern können. Die Frage ist nur, ob sie das 44-Sekunden-Audio-Crash von Satz eins mental abhaken konnten. Angelika Klein, Sportredakteurin beim TSV Pelkum, sieht die Chance: „Wiesbaden muss den zweiten Satz als Blaupause nehmen. Wenn sie früh drücken, kann Suhl nervös werden – und dann ist die Halle in Wiesbaden ein Kessel.“

Die Rechnung ist einfach: Sieg oder Aus. Für Wiesbaden beginnt die Saison erst richtig – und sie hat nur noch 75 Minuten Zeit, sie zu verlängern.