Reese zerlegt fortuna: hertha fegt düsseldorf mit 5:2 weg
Fabian Reese schlug in Düsseldorf dreimal zu, Hertha BSC demolierte die Fortuna in 45 Minuten – und hält den Traum von der Bundesliga am Leben. Die 5:2-Demontage am Sonntag schmerzt doppelt: Sie war die siebte Heimpleite der Saison und katapultiert den TSV noch tiefer in den Abstiegsstrudel.
Ein schock in 18 minuten
Linus Gechter hätte sich den Frust-Abend sparen können. Der Berliner Innenverteidiger rutschte beim Abwehrversuch unglücklich ein, lenkte die Flanke von links ins eigene Tor – 1:0 für Düsseldorf, vierte Minute. Die Arena tobte, doch der Jubel war von kurzer Dauer. Reese antwortete mit einem Lupfer, der Kastenmeier festnagelte, stellte per Kopf nach Winkler-Hereingabe auf 2:1 und servierte Kownacki das 3:1 per Kopf. Drei Tore, 26 Minuten, ein Mann. „Wir haben jeden Fehler sofort bestraft“, sagte Stefan Leitl, ohne dabei zu grinsen – Stärke zeigen, aber nicht prahlen.
Die Statistik hinter der Show: Reese steht nun bei neun Treffern und elf Vorlagen – kein Spieler war in dieser Saison so oft direkt an Toren beteiligt. Das macht ihn nicht nur zum Top-Scorer, sondern zum Lebensversicherer der Berliner.

Fortuna stolpert über sich selbst
Markus Anfang hatte vor der Partie gewarnt, dass seine Mannschaft die Saison nicht durch Individualfehler verschenken dürfe. Genau das passierte – und zwar in Serie. El Azzouzi traf nur die Latte, Itten verpasste zweimal aus fünf Metern, und die Abwehr agierte wie gelähmt. „Brutal effektiv“ nannte Anfang Herthas Spiel, doch das Wort „brutal“ trifft auch den eigenen Frust. Mit 43 Gegentoren haben die Düsseldorfer die zweitschlechteste Defensive der Liga. Der Abstand zum Relegationsplatz schrumpft auf zwei Punkte, der zum ersten Abstiegsplatz beträgt nur vier.
Die Fans auf der Nordkurve skandierten nach dem Schlusspfiff „Klasse bleiben!“, doch der Ruf klang wie ein Witz angesichts der Leistung. Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung folgt am 4. April in Kaiserslautern – ein Gegner, der selbst um den Klassenerhalt kämpft und nach dem Sieg in Münster wieder Selbstvertrauen tankte.

Hertha blickt nach oben
Mit 42 Punkten liegt Hertha auf Rang sechs, sieben Zähler hinter Paderborn und damit dem Relegationsplatz. Die Tordifferenz von plus 13 ist die drittbeste der Liga – ein Indiz dafür, dass das Team Leitls nicht nur effizient ist, sondern auch spielerisch gewachsen. Luca Schuler sorgte in der 89. Minute sogar noch für das 5:2, nachdem Reese und Brekalo die Fortuna-Abwehr erneut ausgespielt hatten.
Die Berliner empfangen am 5. April Dynamo Dresden – ein Ost-Derby, das bei Sieg den Anschluss an die Aufstiegsränge festigen würde. Reese warnt trotzdem: „Wir dürfen nicht über Fehler hinwegsehen.“ Nach dem Kollaps in Düsseldorf weiß jeder in der Kabine: Die Saison ist noch lang, aber die Nervosität der Konkurrenz wächst mit jedem Hertha-Sieg.
