Vc wiesbaden raus: suhl fegt hessische volleyballerinnen aus play-offs
Die Halle war voll, die Hoffnung groß – und am Ende stand nur ein ernüchterndes 0:3. Der VC Wiesbaden verabschiedet sich mit 14:25, 21:25, 13:25 aus dem Viertelfinale und beendet die Saison vor eigenem Publikum mit einer klaren Heimklatsche.
Was niemand auf den Rängen so richtig kommen sah, war die Art, wie Suhl die Partie übernahm. Die Thüringerinnen schlugen zwar mehr Aufschläge ins Netz, aber wenn der Ball drin war, rissen sie die Gastgeberinnen mit Tempo und Präzision auseinander. Erst im zweiten Satz hielt Wiesbaden kurz mit, doch beim Stand von 18:21 schlug Suhl zweimal in Folge zu – und die Luft war raus.

Statistik trügt nicht: 27 punkte unterschied bei eigenem aufschlag
Die Zahlen liegen auf dem Zettel wie ein Indictment: 27 direkte Aufschlagpunkte holte Suhl, Wiesbaden nur acht. Im dritten Satz brachte die Halle zwar noch einmal Lärm, doch als Libera Lisa Gründing beim 9:18 das erste Mal die Hände auf die Knie stützte, war klar: Die Serie ist gelaufen.
Trainer Jan Giese sprach hinterher von „fehlender Durchschlagskraft“ und „zu viel Respekt“. Was er verschwieg: Drei seiner Stammspielerinnen litten unter leichten Muskelverletzungen, hatten aber kein Aufschlagrisiko mehr eingeplant. Suhls Coach hingegen wechselte früh, schonte Angreiferin Sarah Straube und ließ sie erst kurz vor Satzende einfliegen – als Joker mit direktem Effekt.
Für Wiesbaden heißt es nun: Personalplanung, Budgetcheck, Neuausrichtung. CEO Michael Dörr kündigte an, „mindestens zwei Positionen neu zu besetzen“, ohne Namen zu nennen. Die Fans diskutieren bereits, ob Libera oder Diagonalspielerin die größte Baustelle ist.
Suhl reist mit Schwung ins Halbfinale, wo bereits Dresdner SC wartet. Das Team hat nach dem Abstieg vor zwei Jahren wieder den Geschmack von ganz oben – und die Moral, um diesmal nicht mehr zu stolpern.
