Hase/volodin liegen nach dem kurzprogramm vorn – gold schon am donnerstag?

0,33 Punkte. So dünn ist der Unterschied zwischen dem deutschen Traum und einem neuen Weltmeister-Paar. Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin schwebten im Prager O2-Arena-Eis, ließen Tango und Tempo verschmelzen und landeten bei 79,78 Punkten. Die Georgier Metelkina/Berulawa schnalzen mit 79,45 hinterher. Das reicht für Platz eins – und für jede Morge-Nervosität bis zum Kür-Finale am Donnerstag um 18:15 Uhr.

Der sturz von mailand schwebt noch mit

In der italienischen Olympia-Halbzeit lagen sie ebenfalls vorn, patzten dann in der Kür. Diesmal wollen die Berliner das Kunststück vollenden: erste deutsche WM-Gold-Holz seit Savchenko/Szolkowy 2014. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagte Volodin nach der Show, „nur zu gewinnen.“ Der Druck ist trotzdem da – schließlich fehlen die japanischen Vorjahressieger Miura/Kihara, die ihre Teilnahme abgesagt haben. Die Bühne ist frei, die Konkurrenz aber knackig.

Kanadas Pereira/Michaud liegen mit 75,52 auf Bronze-Rang, während das zweite deutsche Duo Annika Hocke/Robert Kunkel nach einem Salchow-Sturz nur Zehnter ist. „Vier Punkte weg – ärgerlich“, seufzte Hocke. Die hatte beim Absprung schon das Schlechte Gefühl, „aber der Körper war schneller als der Kopf“. Für sie ist die Saison gelaufen, für Hase/Volodin wird sie am Donnerstag gekrönt – oder nicht.

Deutscher frischling will überraschung

Deutscher frischling will überraschung

Parallel kämpft im Einzel der 18-jährige Genrikh Gartung. Kein Deutscher war in Mailand dabei, nun will der Vierfachspringer aus Erfurt im WM-Debüt zeigen, dass die DEU auch ohne große Namen Zukunft hat. Seine Startnummer fällt am Vormittag; die Medaillenentscheidung der Paare kurz vor dem Abend. Eurosport und sportstudio.de übertragen live – wer zittert, schaltet einfach doppelt.

0,33 Punkte also. In Eiskunstlauf-Kreisen sprechen sie vom „Atem der Scheide richter“. Am Donnerstag entscheidet sich, ob dieser Hauch Berliner Luft in Prag zu Gold wird.