Van der poel schickt eine warnung nach san gimignano

Mathieu van der Poel spaziert durch den Regen, über den Schotter und schließlich in die Siegeszone. Der Niederländer gewinnt die zweite Etappe von Tirreno-Adriatico, 206 Regenkilometer von Volterra nach San Gimignano, und liefert 13 Tage vor Mailand-Sanremo eine Leistungsprobe, die seine Konkurrenten frühzeitig in die Defensive drängt.

Der finale schotter sorgt für auslese

Die Entscheidung fällt sieben Kilometer vor dem Ziel, wo eine 2,3 Kilometer lange Sterrato-Passage wartet. Der Untergrund ist aufgeweicht, die Reifen suchen Halt, und wer hier ins Stolpern gerät, verliert den Anschluss. Van der Poel bleibt sitzen – nicht nur wortwörtlich. Während Rivalen wie Pavel Sivakov oder Benoît Cosnefroy absteigen und laufen, diktiert der Alpecin-Captain das Tempo. Drei Fahrer trennen sich vom Rest, und im Sprint der Verbliebenen hat der 29-Jährige die größte Power.

Isaac del Toro (UAE Emirates) wird Zweiter, übernimmt das Azur-Trikot der Führung und bestätigt damit, dass er in zwei Wochen nicht nur Pogacars Helfer, sondern auch eine echte Bedrohung für van der Poel selbst sein kann. Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) komplettiert das Podest – ein weiteres Indiz dafür, dass die italienische Rad-Nachwuchsgeneration endlich wieder mitmischt.

Die kursbuchung für sanremo steht

Die kursbuchung für sanremo steht

Van der Poels Sieg ist kein Zufall. Die Strecke von heute ist ein Miniaturmodell der Cipressa: kurze Rampen, enge Kurven, nasse asphaltierte und Schotterpassagen. Wer hier überlebt, kann auch auf der Via Roma gewinnen. Die Datenlage spricht klar: seit seiner Saisonpremière in Benidorm hat der Cross-Weltmeister nun 626 Rennsammelkilometer auf dem Zähler, 11.230 Höhenmeter absolviert und eine durchschnittliche Pulsfrequenz von 168 Schlägen pro Minute – alles Werte, die ihn in die Top-Favoriten-Zone für das erste Monument katapultieren.

Morgen warten weitere 221 Kilometer von Cortona nach Magliano de' Marsi. Für die Sprinter. Für das Feld. Für van der Poel ist es ein Trainingstag mit Nummern auf dem Rücken. Und für uns Journalisten eine Erinnerung daran, dass sich Spitzenrennen nicht erst an der Riviera degli Oleandri entscheiden – sondern oft schon in der Toskana, wenn der Regen die Straße in einen Schlammparcours verwandelt und nur einer trocken über die Linie sprintet.