Van der poel: der stärkste fahrer – voigt kritisiert rad-experimente in roubaix

Roubaix – Ein Rennen für die Geschichtsbücher! Wout van Aert hat beim 123. Paris-Roubaix einen hart erkämpften Sieg gegen Tadej Pogacar gefeiert, doch die Debatte um die Leistung der Fahrer und die chaotischen Zustände hinter den Kulissen geht weiter. Der Eurosport-Experte Jens Voigt hat im Exklusiv-Interview die Ereignisse rund um das Monument Revue passieren lassen und dabei deutliche Worte gefunden.

Van aerts triumph: ein verdienter sieg nach jahren des pechs

Der Jubel im Velodrom war ohrenbetäubend, als van Aert nach einem nervenaufreibenden Sprint gegen Pogacar die Arme in den Himmel riss. Ein emotionaler Moment, der von einer Geste des Respekts begleitet wurde: Van Aert reckte auf dem Zielstrich seinen Finger in die Höhe, eine bewegende Hommage an seinen verstorbenen Teamkollegen Michael Goolaerts. „Ich habe selten einen so verdienten Sieg gesehen“, kommentierte Voigt. „Er hat so viel durchgemacht, so viel Pech gehabt. Jetzt hat er endlich seinen großen Moment.“

Pogacar: verpasste chance auf monument-historie – und ein fataler fehler des teams

Pogacar: verpasste chance auf monument-historie – und ein fataler fehler des teams

Für Tadej Pogacar war es ein Tag voller Enttäuschungen. Der Slowene verpasste die Chance, als erster Fahrer in der Geschichte fünf Monumente zu gewinnen. Doch nicht nur das Ergebnis tat weh, sondern auch die Art und Weise, wie Pogacar scheiterte. Ein Wechsel des Rades in der neutralen Shimano-Zone verlangsamte ihn erheblich, und das Fehlen eines passenden Ersatzrades bei seinen Teamkollegen war schlichtweg inakzeptabel. „Ich war zunächst sprachlos, dass von vier Mannschaftskollegen niemand ein passendes Rad für ihn hatte“, kritisierte Voigt. „Er ist einer der Helden des modernen Radsports, ein Millioneninvestment für sein Team und natürlich der Kapitän. Das war einer der Kardinalfehler, die Pogacar dieses Roubaix gekostet haben.“

Das roubaix-fiasko: zu viel wissenschaft am rad?

Das roubaix-fiasko: zu viel wissenschaft am rad?

Die zahlreichen Defekte und technischen Probleme, die das Rennen prägten, sorgten für viel Gesprächsstoff. Voigt machte die vermehrte Verwendung von High-Tech-Komponenten und unterschiedlichen Pedalsystemen dafür verantwortlich. „Roubaix ist nicht der richtige Ort für Experimente“, äußerte er sich harsch. „Es gibt so viele Möglichkeiten für Defekte und Probleme am Rad. Dann minimiere ich doch alle Möglichkeiten, die ich selbst in der Hand habe. Das ist nicht der Moment für Innovationen.“ Der Vorfall mit Jasper Philipsen und seinem unpassenden Rad amüsierte Voigt zwar, verdeutlichte aber auch die Problematik.

Van der poel: der stärkste fahrer, der von pech verfolgt wurde

Van der poel: der stärkste fahrer, der von pech verfolgt wurde

Trotz seiner letztendlichen Platzierung räumte Voigt ein, dass Mathieu van der Poel der stärkste Fahrer am Tag gewesen sei. „Man konnte sehen, als er das Zwei-Minuten-Loch fast wieder zugefahren ist“, sagte er. „Er hatte wahnsinnig Pech mit dem Radwechsel, als er sich nicht in die Pedale seines Teamkollegen einklicken konnte. Auch Pogacar hatte Probleme mit dem Radwechsel. Das Rennen war für einige Fahrer schon beendet, als Pogacar wieder Defekt hatte.“

Van Aerts Sieg markiert nicht nur den Höhepunkt seiner Karriere, sondern auch das Ende einer Serie von Entbehrungen und Rückschlägen. Er hat seinen Fluch abgeschüttelt und bewiesen, dass harte Arbeit und unbändige Willenskraft belohnt werden.