Valencia entreliert burgos in der zweiten hälfte und haut die siegesserie raus

74:79 – Burgos schreit, Valencia lacht. Im Coliseum wendete sich binnen acht Minuten das Blatt: Ein 0:14-Lauf der Gäste schleuderte San Pablo aus der Spur, danach jagten Sergio de Larrea und Brancou Badio den Club zur fünften Auswärtsniederlage der Hausherren.

Reuvers und de larrea drehen den spieß um

Neal Sako fing den Sprungball, doch es war Nate Reuvers, der die erste große Szene schrieb. Der Center riss zwei Offensivrebounds aneinander, versenkte den Put-back und zog Valencia auf 15:21 heran. Bis dahin hatte Jón Axel Gudmundsson mit seinen 10 Punkten im ersten Viertel die Burgos-Fans jubeln lassen – ein vermeintlicher Handshake-Moment. Dann trat de Larrea auf den Plan. Der Aufbauspieler verwandelte in Serie aus dem Pick-and-Roll, traf zweimal von jenseits der Bogenlinie und servierte Omari Moore den Back-door-Lay-up zum 28:22-Vorspruch. Die Uhr zeigte 7:42 im zweiten Akt – und die Körpersprache der Hausherren bröckelte sichtbar.

Doch Burgos ist in dieser Saison für 10:0-Runs bekannt. Leo Meindl und Jermaine Samuels Jr. eröffneten die Gegenoffensive, Joaquín Taboada stocherte den Loose-Ball-Basket zum 38:38 zur Pause. Die 8.742 Zuschauer tobten – und ahnten nicht, dass sie eben das letzte Mal wirklich jubeln durften.

Drittes viertel: valencias 30-punkte-auswuchs

Drittes viertel: valencias 30-punkte-auswuchs

Trainer Pedro Martínez schaltete die Verteidigung auf „full court“ um. Badio presste Gudmundsson in die Ecke, Darius Thompson klaute den Ball, sofort rannte Valencia. Das Resultat: ein 12:2-Run, angeführt von Josep Puerto, der per Floater auf 49:61 stellte. Burgos antwortete mit zwei Minuten ohne Feldkorb, Valencia traf fünf Würfe in Folge – drei davon aus dem Corner. Die Statistik nach 30 Minuten: 54:68, 30 Gästepunkte im dritten Viertel, eine saubere Hälfte der Punkte kam aus dem Fastbreak.

Was die Tabelle verrät: Burgos kassiert in dieser Phase der Partie im Schnitt 27,4 Punkte – Schlusslichtwert der Liga. Valencia wusste das, spielte es gnadenlos herunter.

Fischer raus, reuvers drin – die zitterphase

Fischer raus, reuvers drin – die zitterphase

Zehn Punkte Rückstand, 6:12 auf der Uhr – die Heimelf stemmte sich. Luke Fischer versenkte den Hook-Shot, Gonzalo Corbalán traf aus der Mitteldistanz, 67:71. Publikum am Limit, Whistles umtosten die Arena. Doch Fischer foultete Reuvers beim Lay-up, seine fünfte Personalie – Spieldauer: 39:58. Der US-Center ging mit 8 Punkten und 4 Fouls unter die Dusche. Reuvers verwandelte beide Freiwürfe, Badio legte per Pull-up nach, 67:75. Die Luft war raus. Corbalán warf noch den verkürzenden Dreier, doch de Larrea kühlte von der Linie die Endstände 74:79 ein.

Die Zahlen: Valencia erzielte 46 % aus dem Feld, Burgos nur 39 %. Rebounds 38:32, Assists 18:11 – klare Indizien für die körperliche Überlegenheit der Gäste. Besonders bitter: San Pablo kassierte 17 Ballverluste, neun davon im letzten Viertel. „Wir haben den Rhythmus verloren und ihn nie wiedergefunden“, sagte Meindl nach dem Abpfiff. „Sie haben uns auseinandergenommen, Punkt.“

Valencia rückt auf Platz fünf vor, Burgos bleibt auf Rang 14 – und muss am Freitag nach Murcia. Die Playoff-Träume der Kastilianer schmelzen, während Valencia in der Wüste der Auswärtsspiele Wasser gefunden hat. Die Saison ist lang, aber diese Nacht gehört eindeutig den Taronges. Wer in der Endgame-Szene nicht den freien Mann sieht, verliert – so einfach ist das in der Liga Endesa.