Uzun-debatte bei eintracht frankfurt: geht der star im sommer?

Frankfurt bangt um Can Uzun. Der Youngster saß beim 2:2 gegen Köln ungewöhnlich lange auf der Bank, und die Schlagzeilen überschlagen sich. Ist das nur eine taktische Entscheidung von Trainer Albert Riera, oder deutet es auf einen baldigen Abschied des talentierten Offensivspielers hin?

Riera fordert komplette: defensivarbeit als schlüssel

Riera fordert komplette: defensivarbeit als schlüssel

Die Aufregung um Can Uzun ist bemerkenswert, angesichts der Tatsache, dass er nicht einmal auf dem Platz stand. Albert Riera ließ nach dem Spiel gegen Köln verlauten, dass Uzun „weiß, was er mit dem Ball und ohne den Ball zu tun hat.“ Diese Aussage, verbunden mit der allgemeinen Forderung, dass Spieler „beide Jobs erledigen müssen“, hat für viel Gesprächsstoff gesorgt. Es geht nicht nur um Talent am Ball, sondern auch um Defensivarbeit und Einsatzbereitschaft – ein Aspekt, in dem Uzun offenbar noch Luft nach oben hat.

Die Mainzer Niederlage war ein Weckruf. Uzun wurde in der 79. Minute eingewechselt und zeigte keine optimale Leistung. Besonders der Treffer zum 1:2, bei dem er den Passgeber des Gegners nicht attackierte, dürfte Riera aufgefallen sein. Der neue Trainer scheint eine klare Linie zu verfolgen: Wer defensiv nicht überzeugt, spielt nicht – egal wie talentiert er ist. Adam Delius, Präsident von Rieras Ex-Klub Olimpija Ljubljana, hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass die Stürmer in Frankfurt „extrem in der Verteidigung mitarbeiten“ müssen.

Die Berichterstattung ist harsch. Frankfurter Rundschau spricht von einem „Politikum Can Uzun“, Gazete Futbol von „harter Riera-Kritik, die Frankfurt erschüttert“. Selbst Sport Bild spekuliert über einen möglichen Abgang des Eintracht-Stars. Doch die Forderung nach mehr Defensivarbeit ist grundsätzlich nicht neu. Bereits unter Dino Toppmöller wurden Uzuns Schwächen in diesem Bereich thematisiert.

Markus Krösche, der Sportvorstand, hatte im September 2023 betont, dass Uzun „herausragende Fähigkeiten“ besitze, aber auch an seiner Defensivarbeit arbeiten müsse. Er prognostizierte, dass dies ihm helfen würde, „noch mehr Spiele zu machen, Tore und Assists zu beisteuern“. Ob Uzun diese Entwicklung nun unter Riera nachhaltig fortsetzen kann, bleibt abzuwarten.

Die Entscheidung liegt nun bei Uzun. Nach seinem verpassten WM-Zug und den jüngsten Ereignissen muss er zeigen, dass er Rieras Ansprachen ernst nimmt und bereit ist, sich anzupassen. Sollte er in den kommenden Spielen nicht überzeugen, könnte der Sommer tatsächlich ein Abschied von Eintracht Frankfurt bedeuten.

Die Konkurrenz schläft nicht. Mario Götze wirkte nach seiner Einwechslung gegen Köln ebenfalls nicht immer stabil, und auch Ritsu Doan scheint in der neuen Rolle im Zentrum noch nicht ganz angekommen zu sein. Doch Uzun hat das Potenzial, sich durchzusetzen – wenn er bereit ist, hart zu arbeiten und Riera zu zeigen, dass er ein „kompletter Spieler“ ist.

Am Samstag geht es gegen Wolfsburg. Dort wird Uzun die Chance haben, sich zu beweisen. Es ist seine letzte Möglichkeit, seine Zukunft bei Eintracht Frankfurt zu sichern. Ob er sie nutzen wird, bleibt spannend.