Undav trifft, hoeneß gesteht: glück war dabei

Der VfB Stuttgart riss RB Leipzig mit einem 1:0 nieder – und plötzlich ist die Champions League wieder greifbar. Deniz Undav erzielte das goldene Tor, doch Trainer Sebastian Hoeneß verneigte sich vor dem Gegner: „Ein Remis wäre gerecht gewesen.“

Zwei pfosten, ein fehler, drei punkte

Maarten Vandevoordt wollte kurz aus dem Spiel heraus kombinieren, sein Pass landete bei Undav. 14 Sekunden später zappelte der Ball zum 16. Mal diese Saison im Netz – kein Deutscher trifft häufiger. Die Leipziger hatten zuvor zweimal das Aluminster. „Innenpfosten“, sagte Hoeneß und zuckte mit den Schultern. „Das berühmte Quäntchen Glück war auf unserer Seite.“

Die Szene passt ins Bild der vergangenen Wochen. Stuttgart wirkte nach der Europa-League-Pleite gegen Porto wie entknipst, der Punch fehlte. Jetzt holte der VfB gegen einen direkten Konkurrenten den Punch zurück – und hält die Konkurrenz auf Distanz. Platz drei ist nur noch zwei Zähler entfernt.

Undav lässt nagelsmann warten

Undav lässt nagelsmann warten

Immer wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann am Donnerstag den Kader nominiert, liegt ein Telefonat in der Luft. Ob es schon stattfand? „Weiß ich nicht“, sagt Undav und grinst. „Vielleicht hatten wir schon Kontakt, vielleicht auch nicht.“ Die Botschaft: Kein Druck. Erst mal Europa abräumen, dann Länderspiel-Luft schnuppern.

Die Statistik spricht für sich: 16 Tore in 22 Partien – das ist die beste Quote eines deutschen Stürmers seit Mario Gómez 2011. Die Verfolger Burkardt und El Mala stehen bei neun Treffern, beide zusammen kommen auf 40 Einsätze.

Donnerstag in porto: rückspiel mit rückenwind

Donnerstag in porto: rückspiel mit rückenwind

1:2-Rückstand, 90 Minuten Restzeit. Hoeneß warnte vor Selbstüberschätzung, spürte aber, wie der Sieg nachwirkte: „Solche Erfolge tanken Selbstvertrauen, vor allem im letzten Drittel.“ Das letzte Drittel – dort hatte Stuttgart zuletzt oft den Faden verloren. Gegen Leipzig fand es zurück, weil Nübel paradeerte, weil die Viererkette alles wegräumte, weil Undav zuletzt eiskalt blieb.

RB reiste mit leeren Händen ab, trotz zwei Pfostenschüssen und 64 Prozent Ballbesitz. Trainer Marco Rose konstatierte nüchtern: „Wir haben alles gemacht, nur nicht das Tor.“ Fußball ist manchmal ein einziger Fehler – und Vandevoordt lieferte ihn.

Am Millerntor wird am Donnerstag geprüft, ob das Glück mitreist. Porto wartet, die Kurve auch. Hoeneß’ Mannschaft hat nichts zu verschenken, aber endlich wieder etwas zu gewinnen.