Undav rechnet mit nagelsmann ab: 18 tore, 11 assists – und trotzdem dfb-stürmer-baustelle?
Er trifft, er legt auf, er lacht nicht mehr. Deniz Undav hat 18 Tore und elf Vorlagen in 33 Pflichtspielen auf dem Konto – Zahlen, die jeden deutschen Stürmer in Europas Topligen alt aussehen lassen. Doch Bundestrainer Julian Nagelsmann nennt das Angriffszentrum der Nationalelf im kicker noch immer eine „Baustelle“. Der VfB-Torjäger antwortet mit offener Klinge.
„Meine argumente stehen auf dem platz“
„Ich habe mit ihm seit der Winterpause kein Gespräch geführt“, sagt Undav am Mittwochmittag gegenüber BILD. „Er braucht auch nicht mit mir zu reden. Meine Argumente sind auf dem Rasen.“ Die Botschaft: Solange die Netze zappeln, bleibt er eine physische Unannehmlichkeit für jeden DFB-Ladenhüter.
Die Suche nach dem deutschen Mittelstürmer ist zum Hobby der Liga geworden. Sebastian Hoeneß erklärte kürzlich, Ermedin Demirovic sei sein „einzig echter Neuner“. Undav zuckt nur mit den Schultern. „Dafür, dass ich für viele kein Stürmer bin, habe ich die beste Quote.“

„Was ist denn ein mittelstürmer? der, der trifft“
Er spricht schneller, als seine Gegenspieler rennen können. „Ich bin ein guter klassischer Stürmer, der auch ein guter Zehner sein kann. Das ist nicht meine Schuld, dass ich die Qualität habe.“ Die Ironie: Je besser er wird, desto lauter fragt man, ob er wirklich das sei, was er offensichtlich ist.
Die Statistik lügt nicht. 14 Bundesliga-Tore – nur Harry Kane steht vor ihm. Die Torschützenkönig-Abteilung der Liga diskutiert trotzdem über alles andere als seinen Namen. „Das geht mir auf den Zeiger. Ich dachte, das hört auf, wenn ich so treffe. Aber es hört nicht auf.“
Undav lacht nicht mehr. Er liefert. Und wenn Nagelsmann im Sommer in den USA seine erste WM als DFB-Chef bestreitet, wird der Stuttgarter irgendwo in der Nähe sein – ob mit oder ohne Flugticket von der DFB-Geschäftsstelle. Die Tore sprechen eine Sprache, die jeder versteht: seine.
