Ulreich reißt sich weg: bayern muss auf 5. oder 6. keeper zurückgreifen

Der FC Bayern steht vor einem Torhüter-Drama, das selbst ausgebuffte Mediziner sprachlos macht. Sven Ulreich, der Notnagel nach Manu-Neuers Mittelfußbruch, zerrte sich beim 1:1 in Leverkusen die Adduktoren so heftig, dass die Fasern wie ein Reisverschluss aufsprangen. Fünf Tage vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Atalanta fehlt damit bereits der dritte Keeper – und niemand weiß, ob Ersatz-Nr. 1 Jonas Urbig nach seiner Gehirnerschütterung rechtzeitig durch den Belastungstest kommt.

Vincent kompany muss sich zwischen schulstunde und regionalliga bedienen

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Die Personalie klingt wie ein Scherz, ist aber bitterer Ernst. Die Nominierungsliste der Uefa umfasst 25 Feldspieler plus fünf Torhüter – ein Luxus, den Sportdirektor Max Eberl im Sommer noch als „reine Formalie“ abtat. Nun wird diese Fußnote zur Rettung. Jannis Bärtl, 19, Schlussmann der zweiten Mannschaft, hat erst zwölf Regionalliga-Spiele auf dem Buckel. Leonard Prescott, 16, kommt aus der U19 und durfte in der Youth League zwischen den Pfosten stehen. Beide trainierten am Sonntag mit der Profi-Gruppe, weil außer ihnen nur noch der verletzte Leon Klanac übrig ist.

Die medizinische Abteilung rechnet intern mit drei Wochen Pause für Ulreich. Das bedeutet: Selbst wenn Bayern das Viertelfinale erreicht, droht ein Engpass bis zur internationalen Länderspielpause. Die Ironie: Gerade erst hatte der Klub einen externen Torwart-Coach verpflichtet, um die Belastung der Keeper besser zu steuern. Gesteuert ist jetzt nur noch die Verzweiflung.

Atalanta reist mit einem 1:6-Rückstand an, wird aber gewarnt sein. Denn wer einmal Lewandowski erlebte, weiß: Der FC Bayern trifft auch mit dem fünften Torwart – nur eben nicht unbedingt mit dem ersten.