Ulm vor dem abgrund: playoff-traum zerbricht sich die beine?
Ratiopharm Ulm steuert unaufhaltsam auf eine Enttäuschung zu. Der amtierende Deutsche Meister, einst Vizepokalsieger, bangt nun um die heiß begehrten Playoff-Plätze in der Easycredit Basketball-Bundesliga. Die jüngsten Auftritte lassen wenig Hoffnung auf eine Trendwende.

Die alarmglocken schrillen in der porsche-arena
Drei Niederlagen in Serie – ein Albtraum für die Ulmer Anhänger. Das Team von Coach Ty Harrelson hat in den letzten fünf Spielen gleich viermal die Segel streichen müssen. Besonders schmerzhaft: die jüngsten Pleiten gegen Braunschweig und Heidelberg, zwei Teams, die im Tabellenkeller dümpeln. Das ist ein Warnsignal, das kaum zu übersehen ist.
Noch hält sich Ulm mit Rang sechs an der Spitze fest, doch die Konkurrenz lauert hungrig. Die Rostock Seawolves, lediglich vier Punkte zurückliegend und mit zwei ausstehenden Spielen, könnten den Traum vom Playoff-Einzug schon am Sonntagabend zerstören. Der Druck ist immens, und die Ulmer müssen liefern, um nicht den Abstieg in die Play-Ins zu riskieren.
„Mit Ulm kommt ein sehr gutes Team zu uns, das derzeit etwas kriselt“, analysiert Rostock-Coach Przemyslaw Frasunkiewicz. „Nichtsdestotrotz sind sie sehr gefährlich.“ Er betont die Qualitäten des Gegners: „Sie haben einen tiefen Kader, sind groß, kräftig und athletisch und wissen, den Ball zu bewegen.“ Die Seawolves sind gewarnt, aber auch Ulm weiß, dass am Sonntag ein Sieg unbedingt her muss.
Die bittere 66:79-Niederlage bei den Niners Chemnitz lastet schwer auf der Mannschaft. „Eine sehr frustrierende Niederlage“, kommentierte Ex-Nationalspieler Chris Sengfelder. „Wir haben ein bisschen unseren Rhythmus verloren und den gilt es jetzt wiederzufinden.“ Coach Harrelson räumte ein: „Wir hatten Probleme, den Ball im Korb unterzubringen und haben uns gegen den defensiven Druck des Gegners schwergetan.“
Ein Blick auf die Auswärtsbilanz wirft kein gutes Licht auf die Ulmer. Von 14 Auswärtsspielen wurden lediglich fünf gewonnen. Die letzten vier Partien auf fremdem Parkett gingen verloren. Sollte nun auch in Rostock die fünfte Niederlage folgen, droht der Absturz – und mit ihm der endgültige Zusammenbruch der Ulmer Hoffnungen auf eine erfolgreiche Playoff-Teilnahme. Die Orangenen müssen sich jetzt reissen und zeigen, dass in ihnen noch Kampfgeist steckt.
Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Ulm muss jetzt zusammenhalten und die Fehler der Vergangenheit ausmerzen. Nur so kann der Playoff-Traum gerettet werden. Die Uhr tickt, und die Zeit drängt.