Ulm: dotchev muss gehen – neuanfang mit isik?

Schock in der Schwabenmetropole: Der SSV Ulm bangt im Abstiegskampf der 3. Liga um den Verbleib und muss nun auch auf seinen Trainer Pavel Dotchev verzichten. Vorstandschef Dominik Schwärzel ließ am Donnerstagmittag auf einer Pressekonferenz keinen Zweifel: Nach der Saison gehen die Wege von Dotchev und dem Verein auseinander. Ein überraschender Schritt, der den bereits schwierigen Umbruch im Team weiter beschleunigt.

Isik als hoffnungsträger: fokus auf regionalität

Isik als hoffnungsträger: fokus auf regionalität

Doch Ulm plant nicht nur personelle Veränderungen auf der Trainerbank. Parallel zur Dotchev-Entlassung wurde Murat Isik als neuer Sportdirektor präsentiert. Der 50-Jährige, der aktuell noch die Fäden bei Regionalligist TSG Balingen zieht, soll ab dem 18. Mai die sportlichen Geschicke lenken und einen konsequenten Neuaufbau einleiten. Isik kündigte an, künftig einen stärkeren Fokus auf regionale Talente zu legen. „Es ist unser Ziel, dass 60 bis 70 Prozent des Kaders aus der Region kommen“, so der neue Sportdirektor. Eine ambitionierte Strategie, die die Identifikation mit dem Verein stärken und langfristig für Kontinuität sorgen soll.

Die Entscheidung für Isik ist ein klares Signal: Der SSV Ulm will wieder stärker verwurzelt sein. Neben der regionalen Ausrichtung plant Isik auch die Einführung eines einheitlichen Spielsystems ab der U15, um den Nachwuchs besser in den Profibereich zu integrieren. Ein umfassendes Konzept, das den Blick nach vorn richtet – auch wenn der erneute Abstieg in die Regionalliga bereits quasi besiegelt scheint. Die Schwaben liegen drei Spieltage vor Saisonende acht Punkte hinter dem rettenden Ufer. Der Abstand ist enorm, die Aufgabe scheint unmöglich.

Der Abschied von Dotchev kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, doch der Verein scheint entschlossen, einen Neuanfang zu wagen. Nachdem bereits Stephan Schwarz und Markus Thiele die Konsequenzen einer enttäuschenden Saison zu spüren bekommen hatten, ist nun auch der Trainer am Zug. Die Frage ist, ob Isik und sein Team den schwierigen Weg gemeinsam meistern können und den Verein wieder auf Kurs bringen können. Die kommenden Monate werden entscheidend sein.