Udinese vs. fiorentina: 27. spieltag wird zur zitterpartie im kampf ums überleben

Kristensen blockt, Piotrowski flankt, Bertola köpft – De Gea fängt. Erste Aktion, erste Ansage: Udinese will die Talfahrt stoppen, Fiorentina den Befreiungsschlag landen. Die 27. Serie-A-Runde endet mit einem Duell, das längst keine Nebensache mehr ist. Für die Gäste aus der Toskana geht es um den drittletzten Platz, für die Friulaner um die mentale Zäsur nach drei Pleiten in Folge.

Vanoli setzt auf kean, runjaic vertraut zaniolo

Vanoli setzt auf kean, runjaic vertraut zaniolo

Vanoli stellt um. Statt Fortini beginnt Rugani, der Rest bleibt. Fagioli als Metronom vor der Abwehr, Mandragora gegen seinen Ex-Klub, Kean allein vorne – ein System, das beim 2:0 gegen Como bereits funktionierte. Auf der Gegenseite wirft Runjaic Davis anstelle von Buksa in die Spitze, zieht Piotrowski ins Zentrum zurück und hofft auf Zaniolos Dribbelkraft zwischen den Linien. Die erste Ecke bringt Udinese die erste Chance, doch Bertolas Kopfball segelt zu zentral.

Die Choreografie vor Spielbeginn war emotional: Alessandro Tomasi, Teilnehmer von X-Factor 2025, sang «Ciao, capitano» für Davide Astori, der am 4. März 2018 starb. Die Curva Nord hielt Bilder des früheren Kapitäns hoch, die Südtribüne antwortete mit Schweigen statt Gesang. Ein Moment, der die Klubs verbindet – bis der Anpfiff die Rivalität zurückbringt.

Die Zahlen sind gnadenlos: Udinese hat 29 Punkte, Fiorentina 21. Ein Vorsprung von acht Zählern klingt nach Polster, doch die letzten neun Punkte gingen alle an die Konkurrenz. Die Viola holte in den letzten beiden Spielen sechs Punkte, schoss fünf Tore, kassierte keines. Der Europacup-Sieg gegen Jagiellonia Bialystok gab zusätzlichen Schub. Das erklärt, warum die Buchmacher den Underdog aus Florenz plötzlich wieder näher an die Quoten der Udinese heranrücken.

Der Rasen in Friaul ist nach dem Winter kein Teppich, sondern ein Feld mit Sandflecken. Der Ball springt unberechenbar, Kombinationen platzen. Genau das könnte Fiorentinas Niederländisches Flügelduo Gudmundsson/Harrison nutzen, um mit Tempogegenstößen die drei-Mann-Kette von Udinese zu überlaufen. Auf der anderen Seite wartet Zaniolo auf den Moment, in dem Ranieri oder Pongracic zu weit ausrücken. Ein Dribbling, ein Foul, ein Freistoß – schon war Udinese in den letzten Wochen gefährlich.

Die Uhr tickt. Bei einer Niederlage könnte Udinese auf Platz 14 rutschen, der Abstand zur Abstiegszone schrumpft auf fünf Punkte. Bei einem Sieg wäre Fiorentina nur noch zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer. Die Rechnung ist einfach, die Psyche komplex. Drei Minuten sind gespielt, der Druck steht bereits 0:0. Kein Spiel mehr – ein Sechs-Punkte-Kampf im März.