Türkei stürmt zurück auf die wm-bühne – kapitän mahnt zur ruhe

Nach 24 Jahren des Wartens ist der Traum wahr: Die türkische Nationalmannschaft kehrt zu einer Weltmeisterschaft zurück. Ein glanzloses 1:0 gegen den Kosovo in Pristina besiegelte die Qualifikation, löste einen Jubelsturm aus, doch Kapitän Hakan Çalhanoğlu dämpfte die Euphorie bereits.

Montella überschwappt vor freude – „emotionen pur“

Trainer Vincenzo Montella konnte seine Erleichterung und Freude kaum fassen. „Wir erleben gerade eine Flut von Emotionen. Es ist sehr schwer, all unsere Gefühle zu beschreiben“, erklärte der Italiener nach dem Spiel im Fadil-Vokrri-Stadion. Das Duell in Kosovo war keineswegs ein Fußballfest, aber das Ergebnis zählt. Die Türkei, die bereits im Hinspiel in Konya einen knappen 1:0-Sieg erreichte, kontrollierte das Spielgeschehen und ließ dem Kosovo kaum Durchbrüche zu. Ein Aufreger in der 29. Minute, als Fisnik Asllani mit einem Lattenknaller dem Kosovo die Führung hätte ermöglichen können, weckte kurzzeitig die Hoffnung der Gastgeber.

Doch die türkische Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Kerem Aktürkoglu markierte wenige Minuten nach der Pause den entscheidenden Treffer und katapultierte sein Team zurück auf die Weltbühne. Verbandspräsident Ibrahim Haciosmanoglu ließ seiner Begeisterung freien Lauf: „Wir fahren in die USA und werden den Pokal mit zurück in die Türkei bringen.“

Kapitän çalhanoğlu: „gruppenphase überstehen ist das ziel“

Kapitän çalhanoğlu: „gruppenphase überstehen ist das ziel“

Während die Fans in der Türkei bereits von einem möglichen Erfolg auf der WM 2026 träumen, zeigt sich Kapitän Hakan Çalhanoğlu realistisch. „Unser Ziel ist es, die Gruppenphase zu überstehen. Ich halte unsere Gruppe für gut. Das können wir schaffen“, betonte der Spielmacher. Die Türkei trifft in Gruppe D auf Australien, Paraguay und den Co-Gastgeber USA.

Die Erinnerung an die WM 2002, bei der die Türkei sensationell den dritten Platz belegte, ist noch lebendig. Auch die Leistung bei der vergangenen EM, wo das Team von Montella erst im Viertelfinale gegen die Niederlande knapp verlor, zeigt das Potenzial der Mannschaft. „Wir haben eine sehr talentierte Mannschaft. Dessen sind wir uns bewusst“, so Çalhanoğlu, der sich trotz des großen Kaders und der jungen Talente wie Arda Güler und Kenan Yıldız, auf eine konzentrierte Vorbereitung und eine realistische Zielsetzung konzentriert. Der Fokus liegt zunächst auf dem erfolgreichen Durchlaufen der Gruppenphase.

Die jubelnden Spieler durften sich über die obligatorische Wasserdusche auf der Pressekonferenz freuen, während Montella, der seit September 2023 das Ruder übernommen hat, betonte, dass er sich „wie ein Türke“ fühle und stolz auf seine Mannschaft sei. Die Türken haben bewiesen, dass man mit Leidenschaft, Zusammenhalt und einer gehörigen Portion Kampfgeist auch vermeintlich stärkeren Gegner überraschen kann.